Eine herzliche Begrüßung

Eine herzliche Begrüßung

Festumzug in Cluj

Ich heiße Kerstin und mache ein Semester Austausch mit Erasmus in Rumänien. Hier habe ich von meinen Beweggründen erzählt. Die ersten Wochen sind nun vorbei. Es gibt so viel zu erzählen, denn es war viel los! Die ersten beiden Wochen standen unter dem Motto der Intro Days. Allein das ist schon ein Grund für ein Erasmus hierherzukommen.

Das Erasmus Student Network Cluj, kurz ESN, hat sich so viel Mühe bei der Planung gegeben und die ersten beiden Wochen waren voller Veranstaltungen. Der ESN schickte uns einige Wochen vor Beginn des Austauschs eine Mail, in der wir der Facebook-Gruppe und einer WhatsApp-Gruppe mit allen Erasmus-Teilnehmern beitreten konnten. Das war super, da man sich so bereits kennenlernen konnte und in den ersten Wochen hier immer jemand fragte, ob jemand ein Bier trinken möchte. Zudem bot der ESN viele Veranstaltungen an, von denen ich hier berichten werde. In der Mail war auch ein Link zu dem Buddy-System, wo man sich registrieren konnte. Basierend auf seinen Hobbies und Interessen erhält man einen Buddy zur Seite gestellt, dies ist ein rumänischer Studierender, der unser Ansprechpartner ist für alle Fragen.

Ich bin Kerstin und studiere im fünften Semester empirische Politik- und Sozialforschung im Master. Nun gehe ich für ein Semester ins Erasmus nach Cluj-Napoca in Rumänien und werde euch hier einen Einblick ins osteuropäische Leben geben. Ich werde ab Oktober 2019 für ein Semester an der Fakultät für Politik-, Verwaltungs- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Babes-Bolyai in Cluj-Napoca studieren. Ich wurde von einer Kollegin im Internationalen Zentrum der Universität Stuttgart gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ein bisschen darüber zu berichten, da es noch sehr unbekannt ist und es kaum Erasmus-Bewerber für Rumänien gibt. Hier werde ich euch alle zwei bis drei Wochen also etwas von meinem Erasmus-Austausch in Cluj-Napoca erzählen und euch Rumänien ein wenig vorstellen. Am Ende werdet ihr dann mehr kennen als nur Dracula und Transsilvanien

Dieser Post wird sich jetzt wirklich nur mit den Veranstaltungen der Intro Days befassen, einfach um zu zeigen, wie viel hier für uns Erasmus-Leute angeboten wird. Vielleicht ist die tolle Betreuung schon für den ein oder anderen ein Grund, sich auch hier zu bewerben. In den nächsten Posts werde ich wieder mehr über das Land und das Studium hier berichten (die jetzt wieder regelmäßiger kommen, ich war nur etwas abgelenkt in letzter Zeit mit Unikram und fast zwei Wochen voller Besuch aus Deutschland).

Ins Wohnheim eingezogen bin ich am 29. September. Hierzu folgt in einem extra Post noch mehr Info. Der nächste Tag, der 30. September war ein besonderer Tag. Alle universitären Einrichtungen waren geschlossen, da das 100-jährige Bestehen der Universitäten in Cluj gefeiert wurde. Dazu wurden wir schon ein paar Wochen vorher eingeladen, am Festumzug teilzunehmen. Jeder bekam ein Fähnchen, dann hieß es Warten. Irgendwann setzte sich der Zug in Bewegung, es gab Musik und die Stimmung war gut, was auch am strahlenden Sonnenschein lag. Am Ende des Umzugs sammelten wir uns vor einer großen Bühne, auf der alle Rektoren der sechs Universitäten Clujs eine Rede hielten (natürlich auf Rumänisch). Zum Abschluss wurde der rumänische Präsident Klaus Iohannis auf die Bühne geholt. Er hatte an der UBB Physik studiert und lief nun als Stargast mit. Seine Rede wurde ziemlich gefeiert, und da er so langsam redete, konnte ich auch einiges verstehen. Anschließend gab es ganz viel Konfetti und Musik und ich ging mit den Mädels, die ich kennengelernt hatte, Mittagessen (es wird auch noch ein Post zum Essen folgen).

Mit den Intro-Days ging es offiziell am 2. Oktober los. Wir wurden in der Aula der UBB sowohl von der Erasmus-Beauftragten als auch dem ESN begrüßt. Die Erasmus-Koordinatorin der UBB hatten fast alle schon am Tag zuvor kennengelernt, als sie uns für ein erstes Treffen in ihr Büro einlud. Nachdem wir so viele Mails mit ihr ausgetauscht hatten, waren wir fast schon ein bisschen aufgeregt, Frau Dranca nun persönlich kennenzulernen. Angekommen beim Büro musste ich aber erstmal warten. Warten ist etwas, wovon man in den ersten Tagen auf jeden Fall genug hat. Nach 30 Minuten Warten durfte ich endlich ins Büro, bekam das Learning Agreement und den originalen Letter of Acceptance und einen Zettel mit Dingen, die man innerhalb der ersten Wochen erledigen sollte. Außerdem füllte sie noch die Ankunftsbestätigung aus. Dann konnte ich noch ein paar Fragen stellen und das war es dann auch schon. Vor dem Büro wartete eine Menge weiterer Studenten.

Nun war also der erste Teil der Einführungswoche gekommen: die offizielle Begrüßungszeremonie. Sie fand in der Aula statt, die sehr prächtig geschmückt ist. Das gesamte Gebäude ist sehr schön und alt, die Wände sind stuckverziert und bunt. Zu Beginn wurde die Hymne der Universität gespielt, zu der wir aufstehen sollten. Alles ein wenig ungewohnt, aber interessant. Dann wurden wir begrüßt und bekamen eine Menge an Informationen mit auf den Weg. Gerade für uns Wohnheimbesucher waren es wichtige Infos. Alles wirkt sehr streng, man darf keinen Alkohol im Gebäude trinken, es können jederzeit Leute vorbeikommen, die das Zimmer inspizieren, die Küche wird von 23 Uhr bis 6 Uhr zugesperrt und Besucher sind nur bis 23 Uhr erlaubt. Jeder bekam beim Einzug eine Karte ausgestellt mit Foto, die sozusagen der Wohnheimausweis ist. Diesen müssen wir immer bei uns tragen, falls wir kontrolliert werden können wir so beweisen, dass wir im Wohnheim wohnen.

Anschließend gab es sogar noch einen Beitrag der Campuspolizei, die uns aufklärte, was wir im Fall von Diebstählen etc. machen sollten und dass es verboten ist, auf öffentlichen Plätzen Alkohol zu trinken oder Drogen zu konsumieren. Auch ist es verboten, jemanden lautstark zu beleidigen und so die öffentliche Ordnung zu stören. Falls dies passiert droht eine hohe Geldstrafe. Wie streng das geahndet wird weiß ich nicht, ich werde es auf jeden Fall nicht ausprobieren.

Am selben Tag fand abends das Kennenlernen der Buddies statt. Mein Buddy heißt Roxana und ist super nett. Wir haben uns an besagtem Abend getroffen. Im sogenannten „No Name Pub“ trafen sich Buddies und Erasmus-Leute zu einem gemütlichen Kennenlernen. Dieses Pub bietet sehr günstige Getränke an und liegt in einem Kellergewölbe, ein bisschen habe ich mich an das Café Faust in Stuttgart erinnert gefühlt. Danach begann die erste Party: „Servus Erasmus“ im Club Revolution. Das Besondere ist, dass der ESN den Club nur für uns Erasmus-Leute gemietet hat, was gut war, da es auch so schon sehr voll war und nicht noch mehr Leute reingepasst hätten. Mit unserem ESN-Armband bekamen wir freien Eintritt bis 12 Uhr.

Am Donnerstag stand eine kostenlose Stadttour für uns an. Da ich nicht dabei war kann ich nicht viel dazu sagen, meine Kommilitonen fanden sie allerdings ziemlich gut. Da sich ein paar Freunde zum Besuchen angekündigt haben, habe ich sie ausgelassen, da ich mir das alles dann noch oft genug anhören werde. Abends gabs direkt die nächste Party. Es war eine Karaokeparty angekündigt, die jedoch kurzfristig in eine Kamikazeparty umgeändert wurde. Das war etwas schade, da sich alle schon auf Karaoke gefreut haben. Mit unserem ESN-Bändchen bekam man wieder bis 12 Uhr freien Eintritt und einen Longdrink gratis, weshalb wir hin sind. Leider war der Club noch voller als am Vortag und man stand eine halbe Stunde für den Drink an.

Am Freitagmittag standen Museumsbesuche auf dem Programm. Man kam mit dem ESN-Bändchen kostenlos in drei Museum und erhielt auch eine Führung. Ich selber war nicht dabei, da zur gleichen Zeit das erste Treffen für den Rumänisch-Kurs stattfand. Wir bekamen durch andere Studierende mit, dass ein Rumänisch-Kurs nur für Erasmus-Studierende angeboten wird. Ich besuche ihn natürlich, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern, andere besuchen ihn, weil sie dafür 5 Credits bekommen.

Abends fand der Pub Crawl statt, der super besucht war. Anfangs wurden wir in fünf Gruppen geteilt und jeder bekam eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt. Es standen fünf Bars auf unserer Liste und in jeder sollte es einen Shot geben. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass das Wasser zum Nachtrinken gedacht war; irgendjemand hatte sich sogar die Mühe gemacht, auf jede Flasche einen „Drink responsible“-Sticker zu kleben. Es sollte aber nicht nur beim Trinken bleiben, wir sollten während des Pub Crawls auch verschiedene Aufgaben absolvieren, für die wir Punkte bekamen. Der Gruppe mit den meisten Punkten winkte ein Preis. Unter anderem sollten wir twerken, jemand musste sich alle 20 Namen der Gruppenmitglieder merken und auswendig aufsagen, jemand sollte ohne Shirt zur nächsten Bar laufen (tat niemand von uns bei einstelliger Gradzahl) und wir sollten unser Shirt mit einem Gruppenmitglied tauschen. Alles in allem war es super witzig, nur dass jeder seine Nationalhymne laut singen sollte war etwas merkwürdig. Zum Glück war ich nicht die einzige Deutsche in meiner Gruppe, so musste ich nicht allein singen. Am einfachsten hatten es die Spanier, deren Hymne keinen Text hat, also mussten sie nur summen. Die ausgesuchten Bars waren alle ziemlich gut und der Pub Crawl war sehr unterhaltsam. Da wird anfangs die Zettel mit der Nummer zogen musste, waren die Gruppen zufällig gemischt und man lernte neue Leute kennen. Anschließend ging es auf die dritte Party der Woche: Im Flying Circus fand die „Carnival Party“ statt. Man sollte sich verkleiden, was aber niemand gemacht hatte. Der Club ist super, es gibt zwei Bereiche und endlich mal genug Platz zum Tanzen, jedoch war die Musik nicht ganz mein Fall. Jedoch ist dieser Clubs mittwochs zu empfehlen, es findet dann immer eine Karaokeparty statt.

Am Wochenende ging es ruhiger zu. Es fanden erstmal keine Partys mehr statt. Samstagmittag gab es eine Schnitzeljagd durch die Stadt, bei der ich aber nicht war, da ich einfach zu kaputt von den ganzen Parties war. Am Abend gab es dann in der Kantine der Uni einen Spieleabend. Beerpong wurde kurzfristig abgesagt, da man innerhalb der Unigebäude keinen Alkohol trinken darf, aber es gab Brettspiele ohne Ende.

Am Sonntag war das ganze Wohnheim wuselig, weil abends das Internationale Dinner stattfand. Ich ging mit ein paar Deutschen zu Kaufland, weil wir Kässpätzle vorbereiten wollten und wir gehört hatten, dass es im Kaufland Spätzle gibt. Tatsächlich bietet Kaufland einige deutsche Produkte an. Es gibt Schupfnudeln, Spätzle und Sauerkraut. Nur die Maultaschen fehlen. In der Küche wurde es eng, enger als sonst, da jeder sein Essen bis 18 Uhr fertig haben wollte. Pro Stock teilt man sich ja eine Küche mit 30 Leuten, unsere Küche im ersten Stock ist sogar für die doppelte Menge, da die Bewohner des Erdgeschosses keine Küche haben und hoch zu uns müssen. Außerdem sind die Möglichkeiten begrenzt, dass es nur einen Gasherd gibt und keinen Backofen oder eine Mikrowelle. Das fertige Buffet sah toll aus, ihr findet unten ein paar Bilder. Es gab so viel Essen! Vorher bekamen wir eine Präsentation mit ein paar Infos über Rumänien und es gab ein kleines Quiz dazu. Dann wurde endlich das Buffet eröffnet. Jedoch lief es nicht ab wie beim internationalen Abend des Interkulturellen Mentorings, wo wir uns in eine Schlange stellen und sich dann jeder etwas holt und weitergeht. Nein, die Leute stürzten sich von allen Seiten auf das Buffet und blieben stehen, sobald sie einen guten Platz hatten. Wir hatten leider Pech, da die Plastikgabeln und -löffel alle waren und wir erstmal gar nichts essen konnten. Als sie nachgeliefert wurden und wir uns an die Tische gedrängt hatten, war das meiste schon weg. Mein Tipp: eigenen Teller und Besteck mitbringen und Ellbogen ausfahren. Wir aßen dann einen Döner in der Stadt, aber ich hörte, dass unsere Kässpätzle ziemlich gut waren.

Montagabend war ein Picknick im Park geplant, welches jedoch aufgrund der Kälte in die Mensa verlegt wurde. Hier fand im Anschluss auch der Filmabend statt. Ich war nicht da, weil zur selben Zeit der Rumänisch-Kurs stattfand. Es wurde „Ziemlich beste Freunde“ gezeigt in Originalsprache mit englischen Untertiteln.

Dienstag ging es wieder in die „No Name“ Pub zum Sprachentandem. Ich hatte erwartet, dass man sich in Paaren unterhält, wie es üblich ist bei einem Tandem. Stattdessen gab es aber ein paar Tische, an denen uns die ESN-Freiwilligen ein paar Sätze beibrachten auf einer Sprache unserer Wahl. Ich lernte ein paar italienische Sätze, nun kann ich meiner italienischen Zimmermitbewohnerin sagen, dass sie schöne Augen hat und dass ich Hunger habe.

Mittwochabend wurde Speedfriending angeboten, man erhält einen Zettel mit einer Frage in die Hand gedrückt und muss dann jemanden suchen, der gerade frei ist, ihm diese Frage stellen, und anschließend wieder jemand Neuen zum Reden finden. Das war ganz lustig, da man doch immer noch viele Leute kennenlernte, mit denen man zuvor noch nicht geredet hatte. Anschließend war wieder Zeit für eine Party, nämlich die Graffiti-Party. Uns wurde erst am Morgen gesagt, dass wir ein weißes Shirt anziehen sollen, da es auf der Party Textilmarker geben wird und es Ziel ist, möglichst viele Unterschriften auf seinem Shirt zu sammeln. H&M und die anderen billigen Läden machten ziemlich guten Umsatz mit weißen Shirts an diesem Tag, ich zog ein Schlafshirt an, welches nun immer noch als Schlafshirt dient. Die Party fand im „After Eight“ statt, das war bisher der beste Club, da man viel Platz zum Tanzen hatte und die Musik sehr gut war. Wir wurden außerdem damit in den Club gelockt, dass es bis 1 Uhr kostenlose Shots und Bier geben soll. Auch hier musste man sich wie schon beim Internationalen Dinner durchboxen, da die Leute die Bar nicht verließen, sobald sie sie einmal erreicht hatten. Es war auch schwer, an Textilmarker ranzukommen, es wurden wenige ausgeteilt und man musste Glück haben, ihn einmal abzubekommen. Es war dennoch eine der besten Partys bisher.

Donnerstag, am letzten Tag der Intro Days, gab es abends eine Diskussionsveranstaltung darüber, wie man den Klimawandel aufhalten kann, anschließend wurde noch zur Glitter Party in den „Caro“ Club eingeladen.

Und damit waren die Intro Days vorbei. Freitag war Ruhetag, denn am Wochenende fand der Abschluss der Intro Days statt: der Maramu‘ Trip. Wir fuhren von Samstag auf Sonntag nach Maramures, eine Region nördlich von Cluj. Da dieser Post schon viel zu lang ist, werde ich euch im nächsten Post von Maramures berichten (inklusive dem chaotischen Anmeldeprozess).

 

Kerstin

Lernpläne im Studium: Schluss mit Planlosigkeit

Lernpläne im Studium: Schluss mit Planlosigkeit

Verzetteln war gestern – heute wird geplant!
Quelle: Pixabay.com

Die Klausurenphase kommt jedes Semester so zuverlässig wie das Amen in der Kirche. In der heißen Phase kurz vor der ersten Prüfung verfallen trotzdem nicht wenige Studierende in blinden Aktionismus, der mit einem hohen Stresslevel einhergeht: Sie prügeln sich unter dem Verzicht auf Schlaf, ausgleichende Freizeitaktivitäten und/oder das Pflegen sozialer Kontakte aufgrund hohem Zeitdruck möglichst viel Wissen ein. Und das Semester für Semester bis zum Abschluss. Klingt machbar, aber zu welchem Preis? Deshalb mein Alternativvorschlag: Wie wäre es anstelle von kurzfristigem Bulimie-Lernen mit einem Lernplan, der euch dabei hilft, die schier endlose Menge an Prüfungsstoff besser zu managen? 

Lernen ist nicht gleich Lernen

Die schlechte Nachricht zuerst: Ihr müsst in Vorleistung gehen. Die gute Nachricht lautet: Lernpläne sind besser als ihr Ruf.

Wenn ihr gerade euer Abitur bestanden habt und vielleicht sogar ohnehin eher weniger Zeit und Aufwand fürs Lernen investieren musstet, kann euch die Umstellung von der Schule auf die Fachhochschule oder Universität zumindest am Anfang schwerfallen. Auch wenn ihr im Studium idealerweise nicht (oder zumindest nicht ausschließlich) für die Noten lernt, ist es dennoch wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass beinahe jede einzelne Note (wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung) in eure Abschlussnote einfließt und über den Zugang zum weiterführenden Studium entscheiden kann.

Gerade die ersten beiden Semester stellen an vielen Hochschulen eine erste Hürde dar, an der nicht wenige Studierende scheitern: Sie sind bekannt als sogenannte Aussiebesemester und dienen buchstäblich dazu, die Reihen der Neu-Studierenden auszudünnen. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, sich möglichst frühzeitig von schulischer Lernleistung auf universitäre Lernleistung umzustellen. Je nach eigener Vorerfahrung kann es sogar notwendig sein, das Lernen neu zu lernen.

Was ist ein Lernplan und wozu ist er sinnvoll?

Versuchen wir ein kleines Gedankenexperiment: Stellt euch vor, ihr befindet euch auf einer spannenden Reise. Ihr kennt zwar grob das Ziel, habt aber keine Ahnung, wie ihr dort ankommen sollt. Gleichzeitig wisst ihr aber, dass ihr nur über eine begrenzte Zeit verfügt, um rechtzeitig an eurem Ziel anzugelangen. Was also tut ihr? Planlos drauflosmarschieren und hoffen, dass irgendwie alles gut geht? Oder werft ihr vorher einen Blick in ein paar Karten – analoge oder digitale – und verschafft euch einen Überblick über die beste Route (und mögliche Alternativen, falls diese Route gesperrt oder aus anderen Gründen nicht passierbar sein sollte)?

Der Lernplan als Landkarte.
Quelle: Pixabay.com

Ein Lernplan erfüllte eine ähnliche Funktion. Ihr könnt ihn euch ganz old school als eine Karte oder einen Kompass (oder die Kartenapp auf eurem Smartphone) vorstellen, die euch den Weg ins Ziel weist. Der große Unterschied: Ihr seid die Kartenschreiber, die Kartenleserinnen und -leser und die Reiseleitung in einem. Denn schließlich kennt ihr alleine kennt euer Tempo, eure Ausdauer und Fitness und wisst um eure bisherigen Vorerfahrungen aus der Schulzeit und aus vergangenen Semestern. Ihr alleine wisst, ob und welche Erfahrungen ihr auf vorigen Touren gesammelt habt; ob ihr daraus Konsequenzen gezogen habt oder nicht, das wiederum steht auf einem anderen Blatt.

Darum hilft es auch nur bedingt weiter, wenn eine andere Person euch den Weg vorgibt. Sie kann allenfalls ein paar Anregungen geben, die Marschroute aber legt letztendlich ihr selbst fest.

Wie kann so ein Lernplan aussehen?

Alles auf Anfang.
Quelle: Pixabay.com

Pünktlich zum Beginn jedes Semesters taucht aufs Neue der Gedanke auf, es dieses Mal ganz anders angehen zu wollen. Doch spätestens nach den ersten vier Wochen verpuffen selbst die besten Vorsätze und räumen das Feld für den gewohnten Trott aus Prokrastination und Haurucklernaktionen (gerne auch beides im ständigen Wechsel). Falls ihr es dieses Mal anders angehen wollt, etwa, um eure Nerven zu schonen und die Zeit effektiver zu nutzen, denn viel hilft nicht unbedingt viel.

Wege nach Rom führen viele – und mindestens ebenso viele Möglichkeiten gibt es, Lernpläne zu erstellen. Eine Variante ist der 5-Schritte-Lernplan, den ich euch vorstellen möchte. Die folgenden 5 Schritte unterstützen euch dabei, den Lernstoff zu strukturieren, eure Zeit besser einzuteilen, einen realistischen Blick auf das Machbare (und Unmögliche) zu bewahren und dabei den Kurs aka Lernziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Schritt 1: Überblick gewinnen

Zunächst einmal ist es wichtig, sich einen groben Überblick über die zu bewältigende Stoffmenge zu verschaffen. Wenn ihr besonders effizient vorgehen wollt, unterteilt ihr den Stoff in prüfungsrelevant und -irrelevant bzw. „netter Bonus, wenn die Zeit ausreicht“.

Schritt 2: Prüfungsmodalität(en) klären

Nach dem ersten groben Überblick solltet ihr so bald wie möglich herausfinden, auf welche Weise der Prüfungsstoff abgefragt wird. Handelt es sich um Multiple-Choice-Fragen, habt ihr es mit halboffenen oder offenen Fragen zu tun? Müsst ihr Berechnungen aufstellen, Formeln herleiten oder euch kritisch mit einem oder mehreren wissenschaftlichen Texten auseinandersetzen? Je nachdem müsst ihr eure Lernstrategien adaptieren und nach Möglichkeit so nah wie möglich an den potenziellen Klausurfragen üben. Reines Durchlesen und Abrufen funktionieren nur, wenn ihr über ein eidetisches* Gedächtnis verfügt.

Schritt 3: Tages- und/oder Wochenplan erstellen

Zwischen Erfolg und Misserfolg liegt ein schmaler Grat.
Quelle: Pixabay.com

Erstellt einen Wochenplan (noch besser wäre natürlich ein Tagesplan) und teilt euch die zu lernenden Inhalte ein. So behaltet ihr den Blick über die noch verbliebene Stoffmenge und könnt zeitgleich überprüfen, ob eure Planung aufgeht oder ihr nachjustieren müsst.

Neben Pausen solltet ihr stets zeitliche Puffer einplanen, falls euch etwas Unerwartetes bzw. Ungeplantes dazwischenkommt – ihr werdet krank, kommt nicht so schnell voran wie erwartet und/oder unterschätzt die Zusatzbelastung durch Pendeln oder Nebenjobs.

Schritt 4: Exzerpieren und Wiederholen

Schritt 3 und 4 hängen eng zusammen und beziehen sich direkt aufeinander: Zusammenfassungen zu erstellen und sie einfach nur immer wieder durchzulesen, ist in der Regel keine besonders effektive Methode. Deshalb solltet ihr parallel zum Exzerpieren Wiederholungsphasen einplanen – und zwar bereits während des laufenden Semesters (es sei denn, ihr gehört zu den Wenigen, die sich innerhalb von Tagen den Stoff eines ganzen Semesters ins Hirn prügeln können – Stichwort Bulimielernen). Wenn ihr allerdings langfristig von dem erlernten Stoff profitieren wollt, weil es sich etwa um Aufbauwissen handelt, solltet ihr Wiederholungen in eure Lernroutine integrieren, damit die Informationen im Langzeitgedächtnis verankert werden können.

Schritt 5: Prüfung(en) simulieren

Ihr seid die ewigen Lernschleifen mittlerweile leid? Prima, dann wird es Zeit für den finalen (Lern-) Schritt – das Üben unter Prüfungsbedingungen! Wie soll das konkret aussehen? Im Idealfall habt ihr Zugriff auf Klausurprotokolle vergangener Semester und/oder ihr bekommt eine (oder mehrere) Probeklausur(en) bzw. Testate gestellt – wenn das nicht möglich ist, bastelt euch eine eigene Klausur zusammen. Und dann simuliert ihr die Prüfungssituation, d. h. ohne Hilfsmittel/Lernunterlagen (es sei denn, sie sind explizit in der Klausur zulässig) und unter Zeitdruck. Denn es genügt nicht, einfach nur den Stoff zu beherrschen, man muss ihn zusätzlich innerhalb kürzester Zeit abrufen und wiedergeben können. Genau an diesem letzten Schritt scheitert es oft – und zwar in der Regel an Zeitgründen in der Klausur, dem Unterschätzen des Zeitdrucks während der Prüfung und/oder ungünstiger Planung bereits während der Vorbereitung auf die Prüfung(en).

Hilfreiche Gedanken rund ums Lernen

Ein weiterer Faktor, der das Lernen beeinflusst, umfasst eure Gedanken und die damit verbundenen Einstellungen zum Thema Lernen und den konkreten Lerninhalten. Wenn euch etwa der bloße Gedanke an die Lernunterlagen mit Widerwillen erfüllt und ihr eher eure Wohnung von Grund auf sanieren würdet, als einen Blick in eure Bücher zu werfen, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Sinneswandels gering. Zumindest solange, bis es brennt. Buchstäblich.

Studieren und Lernen als Marathon: Reserven einteilen!
Quelle: Pixabay.com

Gerade bei umfangreichen Prüfungen, die unter Umständen den Stoff eines oder mehrerer Semester abfragen, kann es hilfreich sein, sich den Lernprozess und das Ablegen der Prüfung(en) als einen Marathonlauf vorzustellen. Dafür müsst ihr weder selbst Marathon laufen noch überhaupt joggen (mögen). Es kommt vielmehr auf die Haltung der Marathonläuferinnen und -läufer an: Wer einen Marathon läuft, muss im Vorfeld einiges an Training absolvieren – und tut während des Laufes gut daran, sich seine Kräfte einzuteilen und mit seinen Reserven gut hauszuhalten.

Wer direkt zu Beginn alle Reserven verpulvert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit spätestens kurz vor dem Ende schwächeln oder – wenn er bzw. sie doch bis zum Schluss durchhält – anschließend erst einmal physisch und/oder mental zusammenklappen.

Deshalb gilt: Kontinuierlich etwas fürs Studium zu tun sorgt für weniger Druck und Stress am Ende des Semesters, wobei kontinuierlich nicht zwangsläufig bedeutet, jeden Tag stundenlang vor- und nachzubereiten, ganz im Gegenteil. Es bedeutet vielmehr, konsequent am Ball zu bleiben, einen Überblick über die jeweiligen zentralen Semesterinhalte zu gewinnen (und zu behalten) – und schließlich auch darum, es gut durchs gesamte Studium zu schaffen.

In diesem Sinne: Alles Gute fürs Studium!

Romy

*fotografisches

Semesterstart leicht gemacht: Alle Einführungsveranstaltungen auf einen Blick

Semesterstart leicht gemacht: Alle Einführungsveranstaltungen auf einen Blick

Semesterstart leicht gemacht
Quelle: Pixabay.com

Die Bewerbung war erfolgreich und ihr habt einen Studienplatz an der Universität Stuttgart ergattert – herzlichen Glückwunsch dazu! Der Studienbeginn gehört zu den aufregendsten Zeiten in eurem Studium. Im heutigen Beitrag erfahrt ihr deshalb, wie ihr einen gelungenen Start hinlegt, keine wichtigen Infos versäumt und schnell Anschluss findet. 

Nach 12 oder 13 erfolgreichen Jahren des Schulbankdrückens findet ihr euch an der Uni wieder, die ihre ganz eigenen Regelungen und Abläufe hat und dementsprechend andere Anforderungen an euch stellt. Selbstorganisation, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit werden vorausgesetzt und sind ständig gefordert.

Oft sind besonders zu Beginn des Studiums die Ängste und Unsicherheiten groß: Wie finde ich mich zurecht? Welche Veranstaltungen muss ich belegen? Wo ist Raum X? Was mache ich, wenn ich keine Wohnung finde? Keine Panik, damit seid ihr keineswegs alleine. Die Universitäten reagieren auf die wachsenden Studierendenzahlen mit immer mehr einführenden und studienbegleitenden Veranstaltungen, die euch einen ersten Überblick und eine Orientierung über das Studium im Allgemeinen und euren Studiengang im Besonderen verschaffen. Mit euren Fragen, Sorgen und Anliegen seid ihr dort bestens aufgehoben.

Einführungsveranstaltungen

Einführungsveranstaltungen dienen – wie der Name es bereits suggeriert – dazu, euch ins Studium „einzuführen“, euch also einen ersten Einblick zu geben und zahlreiche Fragen zu beantworten. Aber sie erfüllen auch noch weitere Funktionen: Ihr lernt eure Kommilitoninnen und Kommilitonen überhaupt erst einmal kennen, erfahrt, wie ihr euren Stundenplan organisiert und welche Ansprechpartnerinnen und -partner für euer Anliegen zuständig sind.

Der Beitrag gliedert sich in zwei(einhalb) Abschnitte: Zum einen die fächerübergreifenden Veranstaltungen sowie die fachspezifischen Veranstaltungen und zum anderen schließlich die etwas andere Einführungsveranstaltung.

Fächerübergreifende Veranstaltungen

Zu den fächerübergreifenden Veranstaltungen zählt etwa die zentrale Einführungsveranstaltung der Studierendenvertretung stuvus* (der Hörsaal wird noch bekanntgegeben). Sie findet am Montag, den 14. Oktober 2019 von 9 bis 10 Uhr sowohl auf dem Campus in Vaihingen als auch im Universitätsbereich Stadtmitte statt. Hier findet ihr einen Link zum Lageplan und zur Anfahrt: Standorte Stadtmitte und Campus Vaihingen.

Gymnasiales Lehramt

Studieren leicht gemacht. Quelle: Pixabay.com

Studienanfängerinnen und -anfänger des gymnasialen Lehramts (Bachelor) sollten sich folgende Informationsveranstaltungen notieren:

  1. Die Informationsveranstaltung zur Stundenplanerstellung am Mittwoch, den 2. Oktober von 11 bis 13 Uhr in Raum M2.02 (Breitscheidstr. 2a) auf dem Campus Stadtmitte. 
  2. Eine zentrale Informationsveranstaltung findet am Mittwoch, den 16. Oktober 2019 von 14:00 bis 15:30 Uhr statt.
  3. Neue Bachelorstudierende erfahren Genaueres zum Bildungswissenschaftlichen Begleitstudium (Bachelor) im Rahmen der Vorlesung „Einführung in die Pädagogische Psychologie“ am Dienstag, den 15. Oktober 2019 von 11:30 bis 13:00 Uhr in Raum M 12.01 (Azenbergstr. 12).

Die Studienanfängerinnen und -anfänger im Bildungswissenschaftlichen Begleitstudium (Master) werden im Rahmen der Vorlesung „Bildungswissenschaftliche Grundfragen“ am Mittwoch, den 16. Oktober 2019 von 9:45 bis 11:15 Uhr in Raum M 18.11 (Azenbergstr. 18) informiert.

Universitätsbibliothek Stuttgart

Woran kommt ihr in der Regel im Studium nicht vorbei? Richtig, an der Beschaffung von und Beschäftigung mit der Lektüre von Primär-** und Sekundärliteratur***! Und wo findet ihr die? Teils online, in sogenannten elektronischen Datenbanken, aber natürlich auch vor Ort, in der Universitätsbibliothek, die zudem eine eigene Stichwort- und Begriffssuche bereitstellt.

Ein breites Schulungsangebot sowie Führungen durch die Bibliothek findet ihr unter diesem Link: UB StuttgartBeachtet allerdings, dass die Teilnehmerzahl pro Kurs beschränkt ist und daher eine frühzeitige Online-Anmeldung empfohlen wird.

Technische Informations- und Kommunikationsdienste (TIK)

TIK: Technische Informations- und Kommunikationsdienste Quelle: Pixabay.com

Die Technischen Informations- und Kommunikationsdienste, kurz TIK, unterstützen Studierende und Beschäftigte der Universität gleichermaßen. Das betrifft u. a. die Nutzung von Konten, Passwörtern, E-Mails sowie den Erwerb von Skripten und E-Books.

Die Büros befinden sich sowohl auf dem Campus Vaihingen als auch in Stadtmitte und bieten neben der Benutzerberatung auch Beratungsgespräche an. Für technische Probleme sind sie daher die richtige Anlaufstelle.

Zentrale Studienberatung

Eine weitere wichtige Anlaufstelle ist die Zentrale Studienberatung, die sich als „unabhängige Beratungsstelle“ all euren Anliegen rund um um das Studium widmet – und zwar unabhängig von eurer Fachrichtung.

Sie bietet sowohl eine offene Sprechstunde als auch eine Telefonsprechstunde an, aber auch Einzelberatungsgespräche (diese allerdings mit Termin).

INFO-TISCH: Am 1. Vorlesungstag, also am Montag, den 14. Oktober 2019, bietet die zentrale Studienberatung allen Studienanfängerinnen und -anfängern von 8.30 bis 11.30 Uhr eine Kurzberatung am Infotisch an. Ort: Keplerstr. 17 bzw. K II, Foyer vor der Cafeteria, auf dem Campus Stadtmitte.

Internationale Studierende – international students

Welcome to University of Stuttgart!
Quelle: Pixabay.com

If you are an international student and are about to start your studies in the winter semester 2019/2020, we recommend you to participate in the event Orientierungsprogramm für alle internationalen Studierenden (orientation program for all international students). This information event will take place on Wednesday, October 9th, 2019 from 14.00 to 16.00 o’clock in the foyer of the IZ (Pfaffenwaldring 60 on the campus Stuttgart Vaihingen).

Note: The orientation program starts one week before the official start of the semester. (Please come to the International Department to register for the information events.)

For exchange students who participate in a preparatory German course in September or March, the orientation program takes place during the language course.

There is also a „Welcome Guide“ avalaible which offers a lot of information about studying and living in Germany. You can download it here: Welcome Guide

Fachspezifische Einführungsveranstaltungen

Da sich die Inhalte, Abläufe und Formalia je nach Studiengang stark voneinander unterscheiden können, finden zudem spezifische Einführungsveranstaltungen zu den einzelnen Studiengängen statt.

Eine vollständige Liste aller Studiengänge, die regelmäßig aktualisiert wird, findet ihr hier: Einführungsveranstaltungen der Studiengänge 

Prüft aber regelmäßig, ob sich zwischenzeitlich Zeit- und/oder Raumänderungen ergeben haben, damit ihr nicht vor verschlossenen Türen steht oder über den Campus hetzen müsst, um noch rechtzeitig zur Veranstaltung anzukommen.

Die etwas andere Einführungsveranstaltung: UNO Erstsemesterparty

UNO Erstsemesterparty – Leute kennen lernen und Spaß haben.
Quelle: Pixabay.com

Und zu guter Letzt: Neben den ganzen informativen und beratenden Veranstaltungen gibt es natürlich auch eine von Studierenden (stuvus) organisierte Veranstaltung, die UNO Erstsemesterparty.

Wann: 14. Oktober 2019 ab 20 Uhr (für Erstsemester, höhere Semester ab 21.30 Uhr)

Wo: Foyer des V47er Gebäudes (Pfaffenwaldring 47, Universitätsbereich Vaihingen)

Kleiner Tipp: Erstsemester zahlen mit Coupon ab 20 Uhr nur 1 Euro Eintritt, höhere Semester 4 Euro. Zum Veranstaltungsort nehmt ihr am besten die S-Bahnen S1, S2 oder S3. Und warum ihr hingehen solltet? Ihr habt die Gelegenheit, eure künftigen Kommilitoninnen und Kommilitonen kennen zu lernen, und zwar begleitet von netter Musik und einer Tanzfläche. Für Essen und Trinken ist ebenfalls gesorgt.

Ihr möchtet noch mehr Informationen zum Studienstart? Dann werft doch mal einen Blick in folgende Artikel:

Ich wünsche euch einen gelungenen Studien- und Semesterstart!

Romy

* Stuvus ist die Studierendenvertretung der Universität Stuttgart.

** „(…) Werke, welche mithilfe der Sekundärliteratur interpretiert und vermittelt werden.“

*** „Forschungsliteratur, Literatur über Literatur; wissenschaftliche Untersuchungen und Kommentare zu verschiedenen Gebieten der Literatur (…).“

Quellen: Universität-Stuttgart.de, Metzler Lexikon Literatur

Minijob oder Werkstudierende(r)? Die Vor- und Nachteile im Überblick

Minijob oder Werkstudierende(r)? Die Vor- und Nachteile im Überblick

Worum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig?
Quelle: Pixabay.com

Wer ein Studium aufnimmt, ist in der Regel über zwei Dinge bestens informiert: Erstens – ein Studium finanziert sich nicht von selbst. Und zweitens – Geld wächst nicht auf Bäumen (auch dann nicht, wenn sie *Geldbäume heißen). Auch ohne Studiengebühren fällt eine ganze Reihe an Kosten an: Die Miete, falls ihr nicht bei euren Eltern wohnt, Ausgaben für Lebensmittel und Hygieneartikel, Kosten für den öffentlichen Nahverkehr, Semesterbeiträge und Studienmaterialien, … Vielen stellt sich dabei zwangsläufig die Frage, was sich finanziell mehr rentiert: Ein Minijob oder eine Stelle als Werkstudierende(r)? Die Vorteile und Nachteile nehmen wir heute ins Visier. 

Doch zunächst klären wir den Begriff des Minijobs, um den sich nach wie vor noch einige hartnäckige Mythen und Irrtümer ranken.

Wann spricht man von einem Minijob?

Im Begriffsdschungel kann man sich gelegentlich verirren, deshalb werfen wir an dieser Stelle einen kurzen Blick auf den Begriff Minijob, denn er nimmt im Rahmen möglicher Beschäftigungen eine Sonderstellung ein. Arbeitsrechtlich findet eine Unterscheidung zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung statt, wobei man bereits dann als teilzeitbeschäftigt gilt, wenn die regelmäßige Arbeitszeit geringer ausfällt als die betriebliche Regelarbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte.

Der Minijob – Segen oder Fluch?
Quelle: Pixabay.com

Der Minijob stellt dabei eine Sonderform der Teilzeitbeschäftigung dar: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterliegen einer monatlichen Einkunftsgrenze von maximal 450 Euro, was einem Einkommen von 5.400 Euro jährlich entspricht. Bei der Höhe des derzeitigen Mindestlohns dürft ihr maximal 48,96 Stunden im Monat arbeiten, um innerhalb dieser Grenze zu bleiben.

Außerdem wichtig zu wissen: Minijobberinnen und Minijobber haben entgegen einer landläufigen Meinung sowohl einen Anspruch auf Urlaub als auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Werkstudierendentätigkeit oder Minijob?

Neben der Frage, was für einen Nebenjob ihr ausüben wollt, gilt es eine weitere Entscheidung zu treffen: Übt ihr euren Nebenjob als Werkstudierende(r) oder auf Minijob-Basis aus? Und welchen Unterschied macht das eigentlich? Beide Beschäftigungsarten haben ihre Vor- und Nachteile, über die ich euch im Folgenden informieren möchte.

Die Vor- und Nachteile im Minijob

Die Vor- und Nachteile im Überblick. Quelle: Pixabay.com

Widmen wir uns nun der Frage, vor welchem Hintergrund ihr einen Job sucht. Dass ihr etwas verdienen bzw. Einkünfte erzielen wollt, liegt auf der Hand.

In Abhängigkeit davon, ob ihr ein größeres Interesse am Verdienst oder der gewonnenen Erfahrung interessiert seid, unterscheidet sich nämlich auch die Wahl des Jobrahmens, der sich in eurer Situation empfiehlt. Nehmen wir also die Vor- und Nachteile des Minijobs genauer unter die Lupe.

Vorteile im Minijob
  • Minijobs eignen sich insbesondere dann, wenn ihr ein möglichst steuerfreies Einkommen verdienen wollt, denn der Bruttoverdienst ist zugleich auch euer Nettoverdienst.
  • Zudem sind viele gängige Aushilfsstellen ohne weitere berufliche Erfahrung auf Minijob-Basis ausgeschrieben, was euch eine größere Auswahlmöglichkeit an verfügbaren Stellen bietet.
  • Minijobs sind in der Regel zeitlich flexibel, sodass ihr je nach Branche die Lücken im Stundenplan zum Jobben ausnutzen könnt.
  • Rechtlich stehen auch dabei sowohl der Anspruch auf Urlaub als auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu. Zudem wird euch seit dem 1. Januar 2015 der gesetzliche Mindestlohn (Mindestalter 18 Jahre) gezahlt.
Nachteile im Minijob
  • Einer der großen Nachteile ist, dass ihr – sofern ihr nicht in die Sozialkassen einzahlt – auch keine Rentenansprüche erwerbt. Deshalb sollte der Minijob idealerweise nicht länger als unbedingt notwendig ausgeübt werden bzw. lediglich eine Ergänzung zu einem Erstjob darstellen.
  • Minijobs sind oftmals fachfremd angesiedelt, sodass sie euch zwar ein Einkommen generieren, sie aber in der Regel nicht gleichzeitig inhaltlich relevante Bezüge zum Studium haben und damit keine ersten Praxiserfahrungen liefern.
  • Besonders im Minijob-Bereich wird häufig absolute Flexibilität und Arbeit auf Abruf gefordert, was unter Umständen zu terminlichen Konflikten mit euren universitären (Pflicht-) Veranstaltungen führen kann.
  • Solltet ihr daran interessiert sein, den Minijob spätestens nach Studienende zu einem Vollzeitjob umzuwandeln, so solltet ihr wissen, dass das in den seltensten Fällen passieren wird. 

Wann spricht man von einer/m Werkstudierenden?

Um als Werkstudierende(r) gelten zu können, müsst ihr einige Voraussetzungen erfüllen. So hat das Studium definitiv Vorrang vor der beruflichen Tätigkeit. Die wöchentliche Arbeitszeit darf während der Vorlesungszeit 20 Stunden nicht überschreiten; in den Semesterferien liegt die Obergrenze bei 26 Wochen und mehr als 20 wöchentlichen Arbeitsstunden.

Die Vorteile und Nachteile als Werkstudierende(r)

Vorteile als Werkstudierende(r)

Als Werkstudierende/r habt ihr gegenüber Minijobberinnen und -jobbern gleich mehrere Vorteile – und von diesen profitieren die Unternehmen und ihr als Beschäftigte gleichermaßen:

  • Viele Werkstudierendenstellen werden in Bereichen ausgeschrieben, die sich nicht nur gut im Lebenslauf machen, sondern euch zugleich auch die Möglichkeit eröffnen, erste Kontakte zu potenziellen künftigen Arbeitgeber*innen herzustellen. Die dadurch gewonnene Praxiserfahrung in Verbindung mit dem Knüpfen eines ersten beruflichen Netzwerkes sind häufig genannte Gründe, weshalb Studierende verstärkt dazu tendieren, eine Werkstudierendenstelle zu ergattern.
  • Auch das Gehalt fällt oftmals höher aus als bei einer geringfügigen Beschäftigung, was unter anderem auch damit zusammenhängt, dass Werkstudierende in der Regel als vollwertige Arbeitskräfte (und potenzielle künftige Mitarbeitende) betrachtet werden, deren berufliche Leistung es angemessen zu honorieren gilt – und damit einher gehen oftmals mehr Verantwortung sowie die Zuweisung anspruchsvollerer Aufgaben.
  • Je nach Branche und Unternehmen könnt ihr nach Absprache auch eure Abschlussarbeit beim jeweiligen Unternehmen verfassen.
  • Nicht selten kommt es außerdem vor, dass ehemalige Werkstudierende nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums das Angebot erhalten, beim Unternehmen direkt einzusteigen und im Zuge dessen gegenüber anderen Bewerberinnen und Bewerbern bevorzugt behandelt zu werden.
Nachteile als Werkstudierende(r)
  • In der Regel haben Werkstudierendentätigkeiten einen höheren Wochenstundenumfang. 20 Wochenstunden stellen zwar eigentlich die Obergrenze dar, sind aber gleichzeitig auch eher die Regel, als die Ausnahme. Dadurch fehlt euch unter Umständen Zeit für die Uni, was insbesondere während der Prüfungsphasen problematisch sein kann.
  • Je nach Branche und Aufgabenbereich ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr im Vergleich zu Minijobs ein deutliches Mehr an Verantwortung tragt. Dies kann dazu führen, dass euch neben dem Zeitfaktor der zusätzliche berufliche Stress belastet und an euren Kräften zehrt.
  • Leider können nicht alle Studierenden als Werkstudierende tätig werden. Davon ausgenommen sind unter anderem Promovierende, Studierende im Urlaubssemester und Gasthörer.

Und jetzt – Minijob oder Werkstudierendentätigkeit?

Wenn euch auch nach dem Vergleich die Entscheidung zwischen Minijob und Werkstudierendentätigkeit schwerfallen sollte, habe ich außerdem einen kurzen Fragenkatalog zusammengestellt, anhand welchem ihr mit 5 Fragen herausfinden könnt, in welche Richtung ihr tendiert. Einen guten Anhaltspunkt bietet euch im Übrigen eure Intuition bzw. euer Bauchgefühl.

Wo soll’s hingehen?
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Schnelle Entscheidungshilfe anhand von 5 Fragen:

  1. Wie viel Zeit kann ich neben dem Studium erübrigen?
  2. Geht es mir bei der angestrebten Stelle um mehr als den Verdienst (Praxiserfahrung, Abschlussarbeit im Unternehmen, berufliche Kontakte)?
  3. Sind mir Rentenbeiträge bereits während des Studiums wichtig?
  4. Lassen sich der Workload bzw. die Wochenstunden in den heißen Phasen des Studiums reduzieren und/oder in der vorlesungsfreien Zeit aufstocken?
  5. Hilft mir die Stelle für meinen künftigen Berufseinstieg weiter?

Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!

Romy

Quellen: Studis-online.de, Stellenwerk.de, Studentenwerke.de

Jobben im Studium: Verdienst versus gewonnene Erfahrung

Jobben im Studium: Verdienst versus gewonnene Erfahrung

Gesucht und gefunden: Der Job neben dem Studium.
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Rund 68 % aller Studierenden gehen zur Finanzierung ihres Studiums einem (oder mehreren) Nebenjob(s) nach. Dabei stehen Studierende jedes Mal aufs Neue vor demselben Dilemma: Soll der Nebenjob in erster Linie genug Geld abwerfen – oder doch bereits erste Praxiserfahrung liefern? Fachfremd, aber dafür gut bezahlt, oder studienrelevant, und je nach Studiengang geringer vergütet? In anderen Worten: Worauf kommt es beim Jobben an, den Verdienst oder doch die gewonnene Erfahrung? Dieser Frage gehe ich im heutigen Beitrag nach.

Studentische Aushilfen sind in der Regel gerne gesehen, sowohl hochschulintern in Form von wissenschaftlichen Hilfskräften als auch in den verschiedenen Branchen außerhalb der Universität. Angefangen vom Aushilfsjob, der bereits nach kurzer Einweisung selbstständig ausgeübt werden kann, bis hin zu verantwortungsvolleren Positionen, die bei gegenseitiger Passung für Unternehmen und Studierende gleichermaßen eine Win-Win-Situation darstellen.

Je nach Studienort und vorhandener Infrastruktur ist es daher sinnvoll, euch vorab mit der Frage zu beschäftigen, vor welchem persönlichen Hintergrund und mit welchem Ziel ihr einen Job neben dem Studium annehmen wollt: Geht es euch ausschließlich um den finanziellen Aspekt (Verdienst) oder versprecht ihr euch mehr davon, nämlich Praxisnähe und die damit verbundene Möglichkeit, erste berufliche Kontakte zu knüpfen (Erfahrung)?

Jobsuche leicht gemacht.
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Warum diese Frage wichtig ist? Nun, ihre Beantwortung entscheidet unter anderem darüber, nach welcher Art von Job ihr Ausschau halten solltet. Denn Nebenjob ist nicht gleich Nebenjob. Auch wenn es bereits für sich alleine genommen eine Leistung darstellt, neben einem Vollzeitstudium zu jobben, so macht die Art des Nebenjobs spätestens beim Berufseinstieg doch den einen oder anderen Unterschied, wenn es um die Auswahl des bzw. der passenden Bewerberin geht.

Und natürlich stellt sich zwangsläufig die Frage, ob ihr es euch leisten könnt, auf das Mehr an Einkommen zu verzichten, wenn ihr euch ausschließlich auf studienrelevante Jobs bewerbt. Das ist dem Umstand geschuldet, dass studienrelevante Jobs in bestimmten Branchen schlicht und ergreifend schlecht bezahlt sind.

Jobben als Kontrastprogramm zum Studium

Wenn euch das Studium ausreichend auslastet und ihr euch in eurer ohnehin knapp bemessenen Freizeit nicht auch noch mit Studieninhalten herumschlagen wollt, so bietet es sich an, einen fachfremden Nebenjob zu suchen, der einem nicht noch zusätzliche mentale Energie abverlangt. Insbesondere körperliche Tätigkeiten können – wenn auch nicht zwangsläufig – einen Ausgleich zum stundenlangen Brüten vor den Büchern bzw. dem Rechner darstellen.

Nebenjob Gastronomie.
Quelle: Pixabay.com

Der Vorteil liegt auf der Hand: Statt doppelter Belastung erfüllt der Nebenjob hauptsächlich einen einzigen Zweck: Die Kasse wieder auffüllen! Entsprechend flexibel könnt ihr in der Suche und Selektion vorgehen und den Fokus auf einen akzeptablen bis guten Verdienst mit mäßigem Einsatz richten. Was mäßiger Einsatz konkret heißt, ist oftmals eine Frage der Perspektive. Für die einen kann das bedeuten, möglichst wenig inhaltlich anspruchsvollen Tätigkeiten nachzugehen, für die anderen ist es hingegen das genaue Gegenteil davon.

Ein Beispiel aus der Klischeekiste: Gastronomiejobs beispielsweise sind teilweise Knochenarbeit, erfordern in der Regel jedoch keine hochkomplexen Vorgänge. Gleichzeitig sind sie dafür bekannt, durch zusätzliche Trinkgelder (die im Übrigen nicht versteuert werden müssen) eine gute Einnahmequelle darzustellen.

Jobben als Ergänzung zum Studium

Die Gegenstrategie steht bereits in der Überschrift: Eure Erwartungen an einen potenziellen Nebenjob reichen über den reinen Verdienst hinaus. Ihr wollt am liebsten inhaltlich nahe am Studium arbeiten und/oder Inhalte aus dem Studium praxisnah umsetzen. Studienrelevanz lautet hier das Stichwort.

Wie diese Umsetzung konkret aussehen kann, hängt natürlich auch davon ab, welches Studienfach ihr studiert. Um euch ein paar Beispiele aufzuzeigen:

Theorie und Praxis: Der Nebenjob als sinnvolle Ergänzung zum Studium.
Quelle: Pixabay.com

So mag es in einem Architekturstudium sinnvoller sein, in einem Architekturbüro zu jobben, statt im Einzelhandel. Und wer Medizin studiert, findet in einem Krankenhaus definitiv größere Überschneidungen zum Studium, als etwa in einem Gastronomiebetrieb. Ähnliches gilt für angehende Juristinnen und Juristen, die von einem Job in einer Anwaltskanzlei mehr profitieren, als in einem anderen Bereich. Auch für angehende Lehrkräfte bietet es sich an, in Nachhilfeinstituten als Nachhilfelehrkraft bzw. an Schulen als Vertretungslehrkraft zu arbeiten.

Der große Vorteil von studienrelevanten Nebenjobs besteht vor allem darin, dass ihr erste berufliche Kontakte knüpfen könnt. Wie? Indem ihr durch gute Arbeit und großes Engagement im Gedächtnis bleibt und auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit erhöht, bei ausgeschriebenen Stellen bevorzugt behandelt zu werden, weil man euch und eure Arbeitsleistung im Gegensatz zu anderen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern bereits kennt.

Strebt ihr etwa eine universitäre Karriere bzw. eine Forschungslaufbahn an, so solltet ihr definitiv direkt nach Stellen an der Universität Ausschau halten bzw. die Dozierenden durch entsprechende Beteiligung und Mitarbeit auf euch aufmerksam machen. Das Gros der Stellenvergabe in Hochschulen erfolgt nur an bereits bekannte Studierende, sodass viele vakante Stellen nicht offiziell ausgeschrieben, sondern überwiegend unter der Hand vergeben werden. Vitamin B wie Beziehung ist hier das entscheidende Stichwort.

So fällt euch die Entscheidung leichter

Ihr habt das Für und Wider abgewogen, aber seid nach wie vor unschlüssig darüber, für welchen Nebenjob ihr euch entscheiden sollt? Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber, daher ist es sinnvoll, neben der Berücksichtigung rationaler Argumente auch auf euer Bauchgefühl zu hören.

Folgende Fragen können euch bei der Entscheidung weiterhelfen:

      • Wie stressresistent bin ich wirklich? Schaffe ich es, ein anspruchsvolles Studium und einen anspruchsvollen Nebenjob parallel auszuüben?
      • Wie flexibel gestaltet sich meine Semesterplanung und wie viel Flexibilität verlangt mir der Nebenjob ab? Kann ich beides aufeinander abstimmen?
      • Gibt es die Möglichkeit, in den Hochphasen des Studiums (i. d. R. die Prüfungsphase) die Stundenzahl im Nebenjob zu reduzieren, ohne dass meine Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mir ein schlechtes Gewissen und mangelnde Einsatzbereitschaft vorwerfen?
      • Welche Alternativen stehen mir zur Verfügung? Bin ich auf diesen einen Nebenjob angewiesen (infrastrukturbedingt oder durch zahlreiche Konkurrenz etwa) – oder kann ich bei Bedarf auf alternative Jobs zurückgreifen? Letzteres nimmt den Druck aus der Situation heraus.
      • Was ist für mich persönlich derzeit wichtiger? Ein stabiles Einkommen, das mir das Studium ermöglicht – oder die Praxiserfahrung, die mir unter Umständen den Berufseinstieg erleichtern kann? In diesem Fall kann es nämlich durchaus überlegenswert sein, das Studium um ein oder zwei Semester zu verlängern, wenn ihr dafür die Gelegenheit habt, studienrelevant jobben zu können.
      • Genügt das bzw. die Praktika, die ich im Studium absolviere, als Praxiserfahrung? Bringt mich ein studienrelevanter Nebenjob meinem Traumjob nach dem Studium näher?

Die richtige Entscheidung treffen ist nicht immer leicht.
Quelle: Pixabay.com

Wenn auch das nichts hilft, probiert es im Zweifel einfach aus, denn alle Grübeleien sollten einer Realitätsprüfung unterzogen werden. Manchmal zeigt sich erst nach einer Weile, wie viel Workload ihr pro Semester tatsächlich stemmen könnt – und auch da gilt, dass dieser von Semester zu Semester variieren kann. Wenn es im einen Semester also nicht funktioniert, heißt das keineswegs, dass sich das auf das gesamte Studium verallgemeinern lässt.

Ihr seid gerade auf Stellensuche?

Wenn ihr gerade auf Jobsuche seid, schaut doch im Stellenwerk Stuttgart vorbei. Dort findet ihr Stellen, die sich an Studierende, Absolventinnen und Absolventen und auch an Studierende auf Praktikumssuche richten. Einige werden auch direkt von der Universität Stuttgart ausgeschrieben.

Alles Gute für die Jobwahl!

Romy

PS: Simone schildert ihre persönlichen Erfahrungen in diversen Nebenjobs in diesem Artikel: Kellnern, Kommissionieren & Cocktails mixen – Die Dos and Don’ts der Nebenjobs

*Geldbaum (Crassula ovata)

Quellen: Sueddeutsche.de, Offenbach.ihk.de

Mit dem Rennteam zur Höchstgeschwindigkeit

Mit dem Rennteam zur Höchstgeschwindigkeit

Es ist der Traum Vieler: Einmal einen Rennwagen fahren. Ein Teil der Formel 1-Welt zu sein muss kein Traum bleiben – als Studierender der Uni Stuttgart kann man das realisieren.

Habt ihr schon von den Erfolgen des Rennteams der Uni Stuttgart gehört,  das gemeinsam mit dem Greenteam (die elektrische Variante davon) seit einigen Jahren meist auf den vorderen Plätzen der Rennen der Formula Student-Wettbewerbe mitfährt? Ja, schon gehört, aber was da genau passiert, wisst ihr nicht? Kurz gesagt:  Nachwuchsingenieure – meist noch im Studium – konstruieren hier einen einsitzigen Formel-Rennwagen, mit dem sie sich an Wettbewerben beteiligen. Weltweit.  

 

Dennis ist ein Mitglied von Rennteam der Uni Stuttgart. Ich habe mit ihm ein Interview geführt, um Eindrücke aus erster Hand zu bekommen.

Was genau macht das Rennteam?

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Dennis Schmid. Quelle: Privat.

Das Rennteam Uni Stuttgart konstruiert, fertigt und testet jedes Jahr einen eigen entwickelten Rennwagen. Wir nehmen im Rahmen der Formula Student an einem internationalen Konstruktionswettbewerb teil und messen uns auf den verschiedensten Wettbewerben gegen andere Universitäten und Hochschulen aus der ganzen Welt.

Wie ist das Rennteam entstanden?

Mit Einführung der Formula Student Germany, am Hockenheimring, gründeten viele Universität und Hochschulen in Deutschland ein Formula Student Team. Entstanden ist das Rennteam aus Mitgliedern der Akademischen Motorsportgruppe Stuttgart (AMS). Ein weiteres Motorsportprojekt der Universität Stuttgart.

Was für Qualifikationen muss man als Rennteam-Mitglied mitbringen?

Zu der wichtigsten Qualifikation gehört die Motivation. Da wir innerhalb eines Jahres ein hohes Arbeitspensum an den Tag legen, benötigt man diese, um daraus in Zeiten hoher Arbeitsbelastung Kraft zu schöpfen. Im Studium sollte man im Idealfall das Grundstudium abgeschlossen haben, dies ist aber keine Grundvoraussetzung für die Teilnahme an unserem Projekt.

Wie kann man ein Teil vom Rennteam sein?

Mitglied werden kann jeder, der motiviert ist ein Jahr eine feste Position im Team zu übernehmen und am gemeinsamen Projekt mitzuarbeiten. Jedes Jahr im Mai beginnt unser Recruiting für die neue Saison. Dabei kann man sich bei den Infoabenden über unser Projekt und die verschiedensten Arbeitspakete informieren. Vorab kann man aber auch bereits über unsere Homepage seinen Bewerbungsbogen einreichen.

Was war euer größter Erfolg?

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So sehen Sieger aus. Quelle: Privat.

In der letzten Saison gehört der Gewinn des Heimwettbewerbs am Hockenheimring zu dem größten Erfolg. Des weiteren halten wir seit 2015 mit 980/1000 erzielten Punkten auf einem Wettbewerb den Punkteweltrekord in der Kategorie Verbrenner. Noch dazu gelang es uns die letzten 3 Jahre die inoffizielle Weltmeisterschaft in Michigan, USA, jeweils mit dem 1. Platz abzuschließen.

Was ist eure Motivation?

Unsere Motivation ist es, von Beginn der Entwicklung bis hin zum fertigen Prototypen, an dem Entstehungsprozess eines Rennwagens dabei zu sein und diesen, auf Grundlage des Vorgängerfahrzeuges, weiter zu entwickeln.

Wie groß ist eure Gruppe?

Wir sind im Schnitt zwischen 30 und 40 Studentinnen und Studenten aus den verschiedensten Studienfachrichtungen, die sich dafür bereit erklären, für ein Jahr den Hörsaal gegen die Werkstatt einzutauschen.

An wie vielen Wettbewerben nehmt ihr im Jahr teil? 

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Auf die Plätze, fertig, looos! Quelle: Privat.

Wir nehmen jede Saison an 5 Wettbewerben teil. 4 davon in Europa und einem in den USA. Dabei treten wir in Ungarn, Spanien, Österreich und Deutschland auf den bekannten Formel 1 Rennstrecken gegen andere Teams an. Der amerikanische Wettbewerb, auf den Michigan Speedway, findet immer das Jahr darauf im April statt.

Was ist euer Ziel?

Getreu unserem Motto – COMPLETE, FINISH, WIN – ist unser Ziel, so viele Siege wie nur möglich einzufahren, um dabei den ersten Platz der Weltrangliste zu verteidigen.

 

Fazit

Das Rennteam der Universität Stuttgart ist seit Jahren erfolgreich und überzeugt durch Leidenschaft und Können. Wer Interesse hat und auch in die Formel 1-Welt eintauchen möchte, kann sich hier online bewerben. Im April beginnt das Recruiting für die neue Saison. In diesem Sinne – COMPLETE, FINISH, WIN.

 

 

Feven

Wie man als Studierender Umwelt und Geldbeutel schont

Wie man als Studierender Umwelt und Geldbeutel schont

Bildnachweis: Ana Maria Serrano / photocase.de

2017 starb ein Wal an der Küste von Thailand. Die Todesursache lag in seinem Magen: 8 Kilogramm Plastik wurden dort gefunden.

Klingt viel? Ist es auch. Tag für Tag benutzen Menschen ihre Plastikteller und Einwegprodukte. Aber wir sind nicht diejenigen, die die Folgen von diesem Konsum spüren müssen – noch nicht. Also leb ein bisschen  bewusster und spar dabei auch noch Geld!

Nachhaltig leben und Geld sparen? Aber wie?

Nachhaltigkeit ist in jeder Munde, doch fast keiner lebt auch wirklich nachhaltig. Dabei ist der Umstieg von Wegwerfartikeln auf nachhaltige Produkte gar nicht so schwer. Man muss bloß Einmalprodukte durch Langzeitprodukte austauschen, dass heißt Produkte kaufen, die man über Jahre hinweg benutzen kann. Okay, es gibt vielleicht einfachere Dinge zu tun. Aber man muss nicht seinen ganzen Haushalt auf einmal umstellen. Es reicht mit Kleinigkeiten anzufangen wie in einen ordentlichen Waschball zu investieren. So ein Waschball kostet zwischen 5 und 10 Euro, hält für ca. 1000 Wäschen (ein herkömmliches Waschmittel hält ca. 30 Wäschen) und wird einfach mit in die Wäschetrommel geworfen. Und er spart – auf Dauer – Geld, weil ihr nicht jeden Monat losrennen müsst, um euch ein weiteres in Plastik verpacktes Waschmittel zu kaufen.

Zahlen, bitte!
Quelle: Pixabay.c

Benutzt statt Shampoo und Duschgel Haarseife und ein Stück Seife (hält doppelt so lang und macht auch sauber), statt Tampons und Binden eine Menstruationstasse (bei guter Pflege ca. 10 Jahre benutzbar), statt Frischhaltefolie wieder verwendbare Dosen oder Boxen. Bringt euren eigenen Kaffeebecher mit (das Studierendenwerk Stuttgart bietet in den Cafeterias zum Beispiel den „Kim“-Becher an). Anstatt Honig oder Mayonnaise oder sonst was in der Plastiktube zu holen, einfach die Glasvariante verwenden.

Und das ist schon der nächste Punkt: ökologisch abbaubare Verpackungen beziehungsweise Produkte wählen (was in anderen Worten alles außer Plastik ist). Verwendet eine Bambuszahnbürste, Stifte aus Holz, Bambuswattestäbchen, im Karton verpackte Lebensmittel und kauft eure Paprika lose.

Und zu dem Argument „Ist doch bloß ein einziger Strohhalm…“: Das sagen ungefähr 8 Billionen Menschen und die Folgen davon könnt ihr euch auf YouTube ansehen (in einem Video in dem einer Schildkröte ein Strohhalm aus der Nase entfernt wird). Und wie die Bloggerin Anne-Marie Bonneau sagt: „We don’t need a handful of people doing zero waste perfectly. We need millions of people doing it imperfectly.“

Quelle: Studierendenwerk Stuttgart

 

Ronja

Faktencheck: Der Mindestlohn für Studierende

Faktencheck: Der Mindestlohn für Studierende

Quelle: Pixabay.com

Mit der Mindestlohneinführung am 01. Januar 2015 hat sich flächendeckend etwas im Niedriglohnsektor getan: Der Startschuss für den Mindestlohn fiel mit immerhin 8,50 Euro brutto pro Stunde. Zuvor stellten Löhne von bis zu unter 5 Euro in bestimmten Branchen keine Seltenheit dar. Wem das nicht passte, der durfte gehen. Es standen schließlich genug andere Schlange für den Job. Und aus Sicht einiger Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verdienen insbesondere Studierende ohnehin nur ein Zubrot und bestreiten davon nicht ihren Lebensunterhalt – eine völlig realitätsferne Perspektive. Inwieweit ihr als Studierende von der Einführung des Mindestlohns profitiert, erfahrt ihr im heutigen Beitrag.

Was ist der Mindestlohn?

Selbst wenn ihr politisch gänzlich uninteressiert seid: Spätestens bei der Suche nach einem Nebenjob seid ihr mit Sicherheit über den Begriff des Mindestlohns gestolpert. Doch was genau besagt er eigentlich? Werfen wir hierfür einen Blick auf seine Definition:

„Ein Mindestlohn ist ein via gesetzlicher oder tarifvertraglicher Regelung in der Höhe festgelegtes kleinstes rechtlich zulässiges Arbeitsentgelt.“

In anderen Worten: Wie der Name schon suggeriert, handelt es sich hierbei um das rechtlich abgesicherte absolute Minimum eines Gehalts und stellt damit eine Untergrenze dar. Durch die Verabschiedung des Mindestlohngesetzes (MiLoG) wurde ein wichtiger Grundstein gegen das in vielen Dienstleistungssektoren übliche Lohndumping gelegt. Womit wir beim zweiten zentralen Punkt wären.

Zu welchem Zweck wurde der Mindestlohn eingeführt?

Mit der Einführung des Mindestlohns hat sich einiges verändert.
Quelle: Pixabay.com

Der Mindestlohn ist weder Selbstzweck noch täuscht er vor, reale Gerechtigkeit in den weit auseinanderklaffenden Gehaltsspannen verschiedener Sektoren und Branchen herstellen zu wollen. Trotzdem verfolgt er im Wesentlichen zwei Ziele:

Der Mindestlohn: Schluss mit Lohndumping!
Quelle: Pixabay.com

„Erstens sollen Arbeitnehmer mit einer geringen Verhandlungs- und Vertretungsmacht vor Ausbeutung durch den Arbeitgeber und vor Lohndumping geschützt werden.“

„Zweitens soll Armut trotz bezahlter Arbeit (Working Poor) bekämpft und den Erwerbstätigen die Sicherung des Subsistenzniveaus ermöglicht bzw. ein angemessener Lebensunterhalt gewährleistet werden.“

Der Startschuss

Die Einführung des Mindestlohns wurde mit Sorge und Argwohn begleitet, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fürchteten berechtigterweise um ihre Arbeitsplätze, angehende Praktikantinnen und Praktikanten um ihre Praktikumsplätze und Unternehmen drohten ihrerseits zum Teil mit Personalabbau. Das große Schreckensszenario blieb jedoch weitgehend aus.

Die Entwicklung des Mindestlohns.
Bildquelle: Pixabay.com

Vier Jahre ist seine Einführung mittlerweile her. Der ursprüngliche Betrag von 8,50 Euro hat sich mit Beginn dieses Jahres auf 9,19 Euro (brutto) pro Stunde erhöht und wird zum 1. Januar 2020 um weitere sechzehn Cent auf 9,35 Euro erhöht. Alle zwei Jahre finden Beratungen zum Anstieg des Mindestlohns statt. Dafür zuständig ist die Mindestlohnkommission. Ihr Ziel ist es dabei vor allem, den Mindestschutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu sichern. Der Orientierungspunkt ist dabei die Tarifentwicklung.

Wichtig zu wissen: Trotz der rechtlichen Grundlage gibt es eine Reihe von Umständen, unter denen der Mindestlohn nicht greift.

Wann gilt der Mindestlohn und wen betrifft er?

Die gute Nachricht zuerst: Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahren. Aber inwiefern trifft das auf Studierende zu? Dazu differenzieren wir zwei wesentliche Bereiche, in denen der Mindestlohn relevant wird: Praktika und Jobs, die neben dem Studium ausgeführt werden.

Der Mindestlohn während eines Praktikums

Vom Grundsatz her besteht im Rahmen eines Praktikums der Anspruch auf den Mindestlohn. Und nun die schlechte Nachricht: Für Pflichtpraktika während des Studiums ist dieser Anspruch hinfällig. Ebenso entfällt der Anspruch, wenn es sich um freiwillige Praktika handelt, die zwecks Berufsorientierung oder begleitend zum Studium bzw. der Ausbildung absolviert werden – unter der Voraussetzung, dass diese eine Dauer von drei Monaten nicht überschreiten. Bei Praktika, die länger als drei Monate dauern, greift der Mindestlohnanspruch unmittelbar bei Antritt des Praktikums. Zu den weiteren Ausnahmen zählen Praktika im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung nach dem SGB III sowie des Weiteren der Berufsausbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz.

Anhand der vielen Ausnahmen ist ablesbar, dass die Einführung des Mindestlohns nicht zwangsläufig auch bedeutet, dass Studierende grundsätzlich und gleichermaßen davon profitieren.

Der Mindestlohn im Fokus.
Quelle: Pixabay.com

Der Mindestlohn im Mini-, Midi- und Teilzeitjob

Auch hier gilt, dass ab Volljährigkeit (d. h. ab 18 Jahren) der Anspruch auf den Mindestlohn besteht, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Mini-, Midi- oder Teilzeitjob handelt.

Wichtiger Hinweis: Der Anspruch auf den Mindestlohn hebelt nicht die Versteuerung des Einkommens aus! Ihr werdet also nach wie vor Steuern zahlen müssen, die sich aus der Höhe eures monatlichen Verdienstes ergeben. Auf welche Summe sich die Steuern belaufen, könnt ihr mithilfe des Lohn- und Einkommensteuerrechners des Bundesministerium für Finanzen berechnen.

Für viele Studierende außerdem interessant: Auf Minijob-Basis hat die Erhöhung des Mindestlohns ebenfalls eine Auswirkung: Für die Einhaltung der angesetzten 450 Euro-Grenze sinkt eure Stundenzahl von 50,90 Stunden auf 48,96 Stunden im Monat.

Und zu guter Letzt: Auch Werkstudierende profitieren vom Mindestlohn.

Was tun, wenn Unternehmen den Mindestlohn nicht bezahlen?

Auswirkungen der Einführungen des Mindestlohns auf die Unternehmen.
Quelle: Pixabay.com

In der Theorie liest sich das alles gut und schön: Dumpinglöhne gehören der Vergangenheit an, finanzielle Ausbeutung in den Dienstleistungssektoren ist passé und auch Praktika werden nur noch in bestimmten Ausnahmefällen nicht vergütet. In der Praxis sieht es jedoch häufig anders aus. Die Rechte auf seiner Seite zu wissen bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie einem auch zugestanden werden, insbesondere dann nicht, wenn dabei viel Geld im Spiel ist.

Nicht jedes Unternehmen ist gewillt, den Mindestlohn zu zahlen und nutzt hierbei diverse legale und halblegale Tricks, um eine Auszahlung zu umgehen. Welche Möglichkeiten stehen euch überhaupt zur Verfügung, wenn euch von Rechts wegen Mindestlohn zustünde, ihr aber keinen erhaltet?

Ganz grundsätzlich gilt: Klärt vor dem Aufsetzen des Praktikums- oder Arbeitsvertrags die Vergütung. Dazu müsst ihr euch natürlich zunächst einmal selbst im Klaren darüber sein, ob ihr einen Anspruch auf den Mindestlohn habt oder nicht. Wenn dem so ist, solltet ihr gezielt nach Unternehmen Ausschau halten, die ihre Vergütung transparent kommunizieren und sich an das gesetzlich geforderte Minimum halten.

Mindestlohnverstöße aufseiten von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sind kein Kavaliersdelikt und damit ein Fall für die Zollverwaltung. Leider befasst sich diese ausschließlich mit der Ahndung, nicht aber mit der Durchsetzung des Mindestlohnanspruchs.

Wie kommt man zu seinem Recht?
Quelle: Pixabay.com

Diesen müsstet ihr zivilrechtlich selbst einklagen. Doch bevor ihr den rechtlichen Weg beschreitet, solltet ihr natürlich versuchen, euch mit eurem Wunschunternehmen außergerichtlich zu einigen. Unter Umständen ist mag es daher zunächst sinnvoll sein, das Unternehmen auf das Mindestlohngesetz (MiLoG) hinweisen. Sollte das nicht genügen, findet ihr hier kompetente Ansprechpartner: Mit euren Fragen könnt ihr euch an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wenden (montags bis donnerstags von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter 030/ 221911004 erreichbar).

Zudem besteht die Möglichkeit, das BMAS über die Nicht-Zahlung des Mindestlohns zu informieren (das ist auch anonym möglich). Das BMAS leitet die Anzeige dann direkt an den Zoll weiter. Ebenso könnt ihr den Verstoß gegen das Mindestlohngesetz direkt an den Zoll weitergeben.

Jedoch sollte euch bewusst sein, dass im Anschluss daran nicht mehr mit einer friedlichen Zusammenarbeit gerechnet werden kann. Deshalb lautet mein Tipp: Erst die Rahmenbedingungen abstecken, dann den Vertrag unterzeichnen!

Alles Gute!

Romy

Quellen: BMAS.de, Wirtschaftslexikon.gabler.de, Mindestlohn-Kommission.de, Blog.Minijob-Zentrale.de, Zoll.de

Praktika im Studium: Pflicht oder Kür?

Praktika im Studium: Pflicht oder Kür?

Business, Baby? Bild: FemmeCurieuse / photocase.de

Neben Vorlesungen, Übungen und Tutorien sind Praktika ein fester Bestandteil des Studiums. Sie sind eine großartige Gelegenheit, um erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern herzustellen, Gelerntes praxisnah anwenden zu können und mögliche zukünftige Arbeitsbereiche auszuloten. Dennoch stehen Praktika immer wieder in der Kritik: Spätestens seit der Einführung des Mindestlohns schrecken immer mehr Unternehmen davor zurück, Praktikumsplätze zu vergeben, die keinen verpflichtenden Bestandteil des Studiums darstellen (und damit unvergütet sind). Stattdessen werden Praktikumsstellen auf drei Monate begrenzt oder gar nicht erst vergeben. Und das betrifft keineswegs ausschließlich die kleinen bzw. mittelständischen Unternehmen. Warum es trotzdem wichtig ist, sich einen (oder mehrere) gute Praktikumsplätze zu organisieren und wie ihr das am besten anstellt, erfahrt ihr im heutigen Beitrag.

Es war einmal …

Richtig bewerben fürs Praktikum.
Quelle: Pixabay.com

… eine Person, die die treffende Komposition „Generation Praktikum“ erfand, die in den Medien noch vor wenigen Jahren hohe Wellen schlug und vielerorts zitiert wurde. Sicher habt ihr bereits von diesem Begriff gehört. Er liefert(e) eine Beschreibung für die Beobachtung bestimmter Entwicklungen, die sich auf dem Arbeitsmarkt abspiel(t)en:

„Junge Akademiker überbrücken potentielle Lücken im Lebenslauf, indem sie eine Praktikantenstelle nach der anderen annehmen, obwohl sie eigentlich eine feste Anstellung suchen.“

„Einige Unternehmen nutzen Praktikantenverträge zur Minderung des mit Neueinstellungen verbundenen Risikos, da sie bei Praktikantenverträgen die gesetzlichen Auflagen zum Kündigungsschutz und Tarifverträge nicht umverhandeln müssen.“

„Manche Unternehmen missbrauchen hochqualifizierte Praktikanten und Hospitanten, beschäftigen sie unter- oder sogar unbezahlt, ohne Absicht, entsprechende Stellen im regulären Angestelltenverhältnis einzurichten.“ (Quelle: Wikipedia)

Kann mich mir das Praktikum leisten?
Quelle: Pixabay.com

Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet mag das Praktikum vorrangig als eine unattraktive Pflichtleistung erscheinen, die zudem noch folgende Probleme aufwirft: Wer ein (unentgeltliches) Praktikum absolviert, kein oder kaum BAföG bezieht und/oder keine familiäre Unterstützung erhält, steht vor dem Problem, sich während dieser 3 bis 6 Monate dennoch irgendwie finanzieren zu müssen. Und obwohl der BAföG-Satz immer wieder angehoben wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass jede/r Studierende auch bafögberechtigt ist.

Unter Umständen fallen u. a. doppelte Miete, Kosten für den öffentlichen Nahverkehr bzw. Benzinkosten für den Fahrtweg neben den Semesterbeiträgen an, die ebenfalls aus dem schmalen Studierendenbudget gestemmt werden müssen. Finanziell schlecht(er) aufgestellte Studierende werden somit in mehrfacher Hinsicht belastet, denn in der Regel sind Praktika vorgeschrieben. So viel vorab: Der Spagat zwischen finanziellen und studentischen Verpflichtungen ist schwer, aber nicht unmöglich.

Kommen wir nun aber zu den am häufigsten gestellten Fragen rund ums Praktikum.

Wie lange dauert ein Praktikum?

Wichtige Aspekte rund ums Praktikum.
Quelle: Pixabay.com

Das Wichtigste zuerst: Werft zunächst einen Blick in eure Prüfungsordnung, um die organisatorischen und prüfungsrelevanten Aspekte zu klären – und das im Idealfall, bevor ihr euch bewerbt! Je nach Universität und Studiengang kann das Praktikum mit einer Dauer von 4 bis 8 Wochen bzw. von 3 bis 6 Monaten veranschlagt sein.

Je nachdem lohnt es sich daher, in Absprache mit der Universität und dem jeweiligen Unternehmen die angesetzte Praktikumsdauer zu verkürzen bzw. zu verlängern, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Manche Unternehmen nehmen erst gar keine Praktikantinnen oder Praktikanten unter drei Monaten auf, weil sie berechtigterweise den Aufwand und die Kosten scheuen, den die Einarbeitung bedeuten: Kaum seid ihr halbwegs eingearbeitet und stellt eine Bereicherung für das Unternehmen dar, ist das Praktikum auch schon wieder um.

Ab welchem Semester sind Praktika sinnvoll und wann bewerbe ich mich?

Den Überblick behalten.
Quelle: Pixabay.com

Eine pauschale Antwort würde hier definitiv zu kurz greifen. Als Faustregel gilt: Ihr solltet ca. die Hälfte des Studiums bewältigt haben (das entspricht dem 3. oder 4. Semester), um euch genügend Wissen angeeignet zu haben, damit ihr die erworbenen Studieninhalte idealerweise mit Praxiserfahrung verknüpfen und sie entsprechend umsetzen könnt. Je nach Studiengang handelt es sich um reguläre Pflichtpraktika, freiwillige Praktika, Orientierungspraktika und/oder ganze Praxissemester.

Gut zu wissen: Einige Unternehmen legen von vorneherein fest, ab welchem Semster sie überhaupt erst Praktikantinnen und Praktikanten aufnehmen. Im Zweifelsfall: Beim Unternehmen anrufen und euch erkundigen!

Wann der beste Zeitpunkt zum Bewerben ist, lässt sich schwer sagen. Je nach Unternehmen (und Branche) benötigt ihr einen Vorlauf von ungefähr einem halben bis zu einem ganzen Jahr. Letzteres ist besonders dann der Fall, wenn es sich um begehrte Praktikumsstellen handelt. Je früher ihr euch darum kümmert, desto besser.

Wo finde ich einen Praktikumsplatz?

Im Grunde genommen überall. Natürlich lohnt es sich, die gängigen großen Jobportale abzugrasen. Auch das Stellenwerk Stuttgart verfügt über eine Praktikumsdatenbank. Mindestens ebenso gut – wenn nicht sogar besser – sind Praktikumsplätze, die unter der Hand vergeben werden bzw. über Empfehlungen laufen. Gerade in der Uni könnt ihr (den guten Draht zum/zur Dozierenden vorausgesetzt) nach Praktikumsstellen fragen und/oder euch vorschlagen lassen. Vor allem im Forschungsbereich werden Praktika häufig an die Studierenden vergeben, die bereits als wissenschaftliche Hilfskräfte positiv in Erscheinung getreten sind.

Eine gute Strategie: Teilt eurer Familie, euren Freunden, Freundinnen und Bekannten mit, dass ihr auf der Suche nach einem Praktikumsplatz seid. Ihr werdet überrascht sein, wie oft es vorkommt, dass ihr jemanden kennt, der/die jemanden kennt, der/die wiederum jemanden kennt, der/die eine Praktikumsstelle vermitteln kann. Offensiv sein lohnt sich!

Ausschreibung oder Initiativbewerbung?

Traumjob gesucht? Nicht ohne Praktikum!
Quelle: Pixabay.com

Ihr habt euch bereits stundenlang durch diverse Jobportale gewühlt, aber das Wunschpraktikum war noch nicht dabei. Kein Wunder, denn viele Stellen werden gar nicht erst ausgeschrieben. Auch hier gilt es, offensiv zu sein und beim Wunschunternehmen anzurufen, um euch nach einem möglichen Praktikum zu erkundigen. Manchmal gelingt es auf diese Weise sogar, Praktikumsplätze für künftige Studierende zu generieren und eine Praktikumsstruktur aufzubauen bzw. zu etablieren.

Wichtig ist natürlich, dass ihr nicht völlig planlos an die Sache herangeht, sondern von vorneherein deutlich macht, welchen Mehrwert ihr dem Unternehmen bringt. Eine gute Vorbereitung sowie aktuelle Informationen über das Unternehmen sowie seine Philosophie, Umsatzzahlen etc. einzuholen, ist obligatorisch!

Reicht ein Praktikum?

Klares Jein, wobei das Nein überwiegt. Sobald ihr das Pflichtpraktikum absolviert habt, kann es jedoch unter Umständen schwierig werden, ein weiteres Praktikum anzugehen, da viele Unternehmen exklusiv nur Pflichtpraktika vergeben, die in der Regel unvergütet sind. Vorgesehen ist in den meisten Studiengängen jedoch nur ein einziges Praktikum. Alle Informationen hierzu findet ihr grundsätzlich in eurer Prüfungsordnung.

Ist allerdings mehr als ein Praktikum möglich bzw. vorgesehen, solltet ihr euch definitiv überlegen, entweder ein weiteres zu absolvieren oder euer bisheriges zu verlängern. Die Vorteile eines längeren oder zweier unterschiedlicher Praktika liegen auf der der Hand: Ihr könnt entweder in verschiedene Bereiche hineinschnuppern oder euch im Gegenteil stärker spezialisieren. Und wenn ihr zudem einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen habt, kennt ihr womöglich bereits eure/n zukünftige/n Arbeitgeberin bzw. -geber!

Praktikum im In- oder Ausland?

Schwierig zu beantworten, weil auch hier viele Faktoren eine Rolle spielen. Ob ihr euer Praktikum in Deutschland oder im Ausland macht, hängt zum Beispiel auch von eurem Studiengang ab. In einigen Studiengänge etwa ist es in der Prüfungsordnung verankert, dass ihr das Praktikum im Ausland absolvieren müsst.

Natürlich ist es auch eine Frage eurer Finanzen bzw. der Finanzierung. Wirft das Praktikum genug Geld ab? Wie sieht es mit den laufenden Kosten aus? Könnt ihr ein gleichwertiges Praktikum auch im Inland absolvieren oder muss es zwangsläufig das Praktikum abroad sein? Eine sorgfältige Planung ist hier das A und O. Ihr seht also, wie realisierbar es ist, hängt stark von eurer persönlichen Situation ab.

Wie kann ich mein Praktikum finanzieren?

Wenn das Geld mal wieder nicht vom Himmel fällt.
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Der beste Tipp lautet hier: Sucht euch ein bezahltes Praktikum! Doch das ist wesentlich leichter gesagt als getan, weil es davon abhängt, was ihr letztendlich studiert und wie geläufig bezahlte Praktika in diesem Bereich sind. Gerade der soziale Sektor ist beispielsweise nicht gerade dafür bekannt, bezahlte Praktikumsplätze zu vergeben.

Im Idealfall gelingt es euch, einen kleineren Betrag anzusparen, den ihr fürs Praktikum beiseite legt. Womöglich greifen euch auch eure Eltern unter die Arme. Unter Umständen kommt auch die Aufnahme eines Kredits infrage, allerdings sollte das gut überlegt sein.

Besser wäre es, wenn ihr euch mit dem Unternehmen zumindest auf eine Übernahme der Fahrtkosten einigen könnt, wenn sie eine Vergütung ausschließen. Informiert euch allerdings zusätzlich, ob ihr nicht doch mindestlohnberechtigt seid – manche Unternehmen sind diesbezüglich entweder nicht ausreichend informiert oder versuchen pauschal, gerechtfertigte Bezahlungen zu umgehen.

Leider sind viele Unternehmen auch heute noch weit davon entfernt, nur noch bezahlte Praktikumsplätze zu vergeben, aber eine Besserung scheint zumindest langfristig in Sicht.

Weiterführende Informationen rund um das Praktikum an der Universität Stuttgart findet ihr unter diesem Link: Praktikum. Eine Übersicht zu den Praktikumsrichtlinien der einzelnen Studiengänge an der Universität Stuttgart findet ihr hier. Und zu guter Letzt: Wenn ihr konkrete Ansprechpersonen sucht, wendet euch an das Praktikantenamt eures Studiengangs.

Alles Gute für die Praktikumsbewerbungen!

Romy

Quellen: Zeit.de, FR.de, BMAS.de, Wikipedia.com

Semesterferien: Oh du fröhliche, vorlesungsfreie Zeit?

Semesterferien: Oh du fröhliche, vorlesungsfreie Zeit?

 

Semesterferien und Weihnachten – was gibt es Schöneres?
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Da ist sie wieder, die liebe Vorweihnachtszeit. Das Semester ist halb überstanden! Semesterferien und Weihnachten fallen zusammen, Heimatbesuche sind fest eingeplant. Alte Freundschaften wiederbeleben, schmausen und die Seele baumeln lassen ist alles, wonach den meisten der Sinn steht. Und wann geht das besser, als zum Jahreswechsel? Eine kurze Verschnaufpause vor der Klausurenphase scheint also genau richtig. Aber: Was ist jetzt wirklich sinnvoller… einfach mal fünf gerade sein lassen – oder lieber am Ball bleiben und die Zeit zum Vor- bzw. Nachbereiten nutzen? Im heutigen Beitrag teile ich meine Gedanken mit euch und verrate, womit ich mich motiviere. 

 

Oh du fröhliche, vorlesungsfreie Zeit

Der große Vorteil – und gleichzeitige Nachteil – des Wintersemesters ist die Tatsache, dass an den meisten Universitäten zwischen Weihnachten und kurz nach dem Jahreswechsel vorlesungsfreie Zeit herrscht.

An  einigen Unis bedeutet das gerade mal eine Woche, an anderen anderthalb und manche haben sogar bis zu 2 Wochen am Stück frei. An der Universität Stuttgart betrifft das den Zeitraum vom Samstag, den 22. Dezember 2018 bis Sonntag, den 6. Januar 2019.

Aber auch diese Zeit wird in der Regel von Dozierenden nicht als Freizeit angesehen, sondern als eine Gelegenheit, sich intensiver mit dem Vorlesungsstoff zu befassen, Übungen durchzuführen und/oder Lücken aufzuarbeiten bzw. zu schließen. Was also tun? Dem Nichtstun frönen oder noch einmal voll durchstarten, während der Rest der Welt das Gegenteil zu tun scheint?

Erst Lernstand checken, dann Koffer packen

Bevor ihr der Uni den Rücken zukehrt, die Lernunterlagen in die Ecke pfeffert, euren Koffer (oder Rucksack) packt und euch schleunigst per Bus, Bahn oder Auto auf den Weg in die ferne (oder nahe) Heimat verabschiedet, solltet ihr einen kurzen Moment innehalten und eine ehrliche Bestandsaufnahme machen. Auf diese Weise erspart ihr euch eine Menge Stress im neuen Jahr.

Voll im Stress!
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Wie seid ihr bislang im Semester mit dem Vorlesungsstoff, den Übungen und Tutorien zurechtgekommen? Könnt ihr euch den Luxus, einfach gar nichts zu tun, überhaupt leisten? Dabei können euch folgende Fragen helfen:

  • Habe ich Vorlesungen und Übungen versäumt, die es spätestens für die Klausurvorbereitung nachzuarbeiten gilt?
  • Komme ich mit dem Vorlesungsstoff grundsätzlich zurecht?
  • Muss ich Übungsaufgaben, Essays und/oder Kurzseminararbeiten nach der Winterpause einreichen?
  • Ist der Lernstoff bis zum Beginn der Klausurenphase bewältigbar, wenn ich über die vorlesungsfreie Zeit nichts tue?
  • Wie viel neuer Lernstoff kommt nach Neujahr noch hinzu?
  • Wo stehe ich lerntechnisch gerade?

So banal euch die Fragen erscheinen mögen, so sehr neigen wir doch alle dazu, unserer inneren Stimme zu folgen, die uns gerne einflüstert, dass nach Neujahr noch genug Zeit ist. Und wer weiß, womöglich hat sie sogar recht. Das wisst aber nur dann mit Sicherheit, wenn ihr euch tatsächlich mit der unbequemen Frage auseinandersetzt, ob Nichtstun in eurer Situation wirklich angebracht ist.

Je nachdem, wie eure Antworten ausfallen, könnt ihr euch anschließend bewusst für das eine oder andere entscheiden. Wozu bewusst? So könnt ihr einem notorisch schlechten Gewissen vorbeugen, statt euch im Hintergrund mit der Frage zu plagen, ob ihr nicht doch besser mehr getan hättet, als ihr noch die Zeit dazu hattet.

Kein böses Erwachen

Ein Kater der etwas anderen Art.
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Aber hey, es sind schließlich Feiertage! So verlockend es auch sein mag, nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun, das böse Erwachen kommt spätestens am 2. Januar, zumindest war das meine persönliche Erfahrung.

Die Zeit zwischen den Feiertagen zerrinnt unbemerkt zwischen den Fingern und ehe wir es uns versehen, sind die Festtage vorbei, untergegangen in Familien- und Freundesbesuchen, Filmsessions, langen Partynächten und/oder einem Kurzurlaub.

Was zurückbleibt ist das Gefühl, das einem verspäteten Silvesterkater ähnelt: Ein schaler Nachgeschmack, ein nagendes schlechtes Gewissen und lähmende Kopfschmerzen bei dem Gedanken an die knappe Zeit bis zu den Klausuren. Kein schönes Gefühl. Wirklich nicht.

Sparflammenmodus: An!

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, möchte ich euch den sogenannten Sparflammenmodus ans Herz legen. Dieser ist keine Neuerfindung und ebenso wenig neumodischer Schnickschnack, sondern folgt einer simplen Regel: Es dem Gewohnheitstier in uns so leicht wie möglich machen.

Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung: Wir alle betreiben tagtäglich Hygiene in der einen oder anderen Weise (spätestens dann, wenn wir uns in die Öffentlichkeit begeben). Der Aufwand mag sich nach Anlass und Gelegenheit unterscheiden, aber das Minimum – wie die Zähne zu putzen und das Gesicht zu waschen – halten die meisten Menschen auch in stressigen Phasen ein.

Alles auf Sparflamme.
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Wenden wir das nun auf unsere Lernroutine an, so bedeutet das Folgendes: Statt stundenlanger Lernsessions und/oder Vor- bzw. Nachbereitungen nehmt ihr euch einen Zeitraum von 5 bis 15 Minuten täglich vor, den ihr ausschließlich dem Studium widmet. Sei es, um Vorlesungen nachzubereiten und Lücken zu schließen, sei es um bereits für die Klausuren zu lernen. Wichtig ist nur, dass ihr am Ball bleibt und euch trotz zahlreicher Ablenkungen diesen kleinen Zeitraum freischaufelt, um im (Lern-) Fluss zu bleiben. Sich nach einiger völligen Lernabstinenz wieder zum Lernen aufzuraffen erfordert erheblich mehr Energie, als kontinuierlich und konsequent jeden Tag ein wenig zu tun. Ihr wisst schon, steter Tropfen höhlt den Stein (der Unwissenheit).

Wenn es dann an einem oder zwei Tagen doch nicht klappen sollte, ist das kein Beinbruch, denn ihr habt immer noch mehr getan, als wenn ihr euch fürs Nichtstun entschieden hättet. Und darauf kommt es an! Ein bisschen ist immer noch besser als gar nichts.

Ab in die wohlverdiente Pause

Ein kleiner Nachtrag für diejenigen unter uns, die genau das Gegenteil von Faulenzen und Prokrastination betreiben: Das ganze Semester durchzupowern mag für einige Semester funktionieren, aber irgendwann erreicht ihr den Punkt, an dem ihr ausgebrannt seid. Wortwörtlich: Ausgebrannt. Leer. Erschöpft.

Weihnachtlicher Genuss.
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Deshalb gönnt euch einige Tage Auszeit, nehmt bewusst weder Laptop noch Buch oder Lernmaterialien in die Hand, sondern erholt euch – körperlich wie geistig. Euer Körper wird es euch danken, und selbstverständlich auch euer Gehirn.

Wir benötigen beides, Zeiten, in denen wir Energie in Projekte investieren, aber ebenso auch Zeiten, in denen wir uns wieder regenerieren.

In diesem Sinne, frohe Festtage, gemäßigtes Lernen und einen guten Rutsch!

Romy