Effizienter Lernen im Studium

Jedes Semester wieder: Die Bücher werden gewälzt, Fakten gepaukt und bergeweise Notizen erstellt. Quelle: pixabay.com
Jedes Semester wieder: Die Bücher werden gewälzt, Fakten gepaukt und bergeweise Notizen erstellt.
Quelle: pixabay.com

Kurz nach dem Jahreswechsel regen sich im Hinterkopf die ersten Gedanken an die anstehenden Klausuren. Je nachdem, was Du studierst, hast Du nur ein müdes Schulterzucken übrig oder aber gerätst regelrecht ins Schwitzen, wenn Du ausrechnest, wie viele Wochen (nur noch) zum Lernen zur Verfügung stehen. 

In diesem und in weiteren Artikeln möchte ich einige Lernstrategien vorstellen, die bei der Prüfungsvorbereitung weiterhelfen können. Auch wenn sicherlich viele die Zuschreibung von „Effizienz“ mit Leistungsgesellschaft, (Selbst-) Optimierung und Oberflächlichkeit in Verbindung bringen, müssen diese Zuschreibungen nicht zwangsläufig zutreffend sein. Effizientes Lernen beinhaltet nämlich, zuvor Überlegungen anzustellen, auf welche Weise gelernt werden soll. Auf gut Glück loszulernen mag bei einigen Prüfungen durchaus funktionieren, aber je komplexer und umfangreicher die Inhalte werden, desto eher solltet ihr euch mit Lernstrategien befassen. Unterm Strich gewinnt ihr mehr Zeit für andere Dinge, wenn ihr euch ein paar Gedanken zu eurer Lernmethode macht.

Sich die eigenen Ziele bewusst machen

Die eigenen Ziele stets im Fokus behalten. Quelle: pixabay.com
Die eigenen Ziele stets im Fokus behalten.
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Beim Lernen geht es immer wieder darum, euch bewusst zu machen, weshalb und für wen ihr lernt. Im Studium ist Lernen kein reiner Selbstzweck, sondern das erlernte Wissen wird regulär durch Klausuren und Tests abgefragt. Um euch eure Ziele vor Augen zu führen und zu vergegenwärtigen, habe ich im Folgenden sieben hilfreiche Fragen aufgelistet, die euch dabei weiterhelfen können, möglichst genau zu definieren, worauf es euch im Studium – und damit beim Lernen und eurer Motivation – ankommt.

Diese Fragen solltet ihr euch idealerweise vor dem eigentlichen Lernbeginn stellen, um zu eruieren, welche Resultate ihr anstrebt: Etwa die Prüfungen mit der Note 1,X zu meistern, knapp zu bestehen (frei nach dem Motto: „Vier ist bestanden, bestanden ist gut, gut ist eine Zwei“) oder aus persönlichem Interesse am jeweiligen Thema.

Je nachdem, mit welchem Ziel ihr lernt, solltet ihr eure Lernstrategie entsprechend angleichen. Mit Hilfe der Fragen verschafft ihr einen ersten Überblick über eure Lernziele. Natürlich sind sie nicht in Stein gemeißelt – aber sie können euch dabei helfen, euch aufs Lernen einzustellen und auftretende Störfaktoren rechtzeitig zu identifizieren.

Sieben Fragen zu den eigenen Zielen

1. Wer lernt?

Du im Alleingang, zusammen mit einer LernpartnerIn oder gleich einer ganzen Lerngruppe? Je nach individuellen Vorlieben kann mal das Eine, mal das Andere sinnvoll sein – und natürlich in Abhängigkeit davon, auf welche Art von Prüfung ihr euch vorbereiten müsst (freie Antwortmöglichkeiten vs. Multiple-Choice zum Beispiel).

2. Wann?

Wann willst du beginnen und zu welchen Zeiten beabsichtigst du zu lernen? Ein fester Lernrhythmus lässt das Lernen zur Gewohnheit werden, wodurch es weniger Anstrengung erfordert, sich dazu zu motivieren. Regelmäßigkeit ist dabei das A und O.

3. Wie viel?

Wie groß ist der Umfang des Lernstoffs? Du solltest du dir einen ersten Überblick darüber verschaffen, was und wie tief du das Wissen erwerben musst – und natürlich auch, in welcher Form es letztendlich abgefragt wird, weil die Art des Wissensabrufs Konsequenzen auf das Lernen haben sollte.

4. Wo?

An welchen Orten hast du genügend Ruhe und wenig bis gar keine Ablenkung? Das Internet, ein klingelndes Telefon, das vibrierende Handy oder der bzw. die PartnerIn können dich vom Lernen abhalten oder dafür sorgen, dass du immer wieder neu ansetzen musst. Umso wichtiger ist es, dir eine sogenannte „Lernzone“ zu schaffen, in der du dich nur mit dem benötigten Material, etwas zu trinken und einer Kleinigkeit zu essen niederlässt.

5. Warum?

Wozu lernst du? Kurzfristig für eine gute Note und/oder langfristig für deinen Abschluss? Was ist deine ureigene Motivation für das Studium gewesen? Sich gelegentlich daran zu erinnern, weshalb du dir die ganze Mühe machst, kann dir dabei helfen, Motivationslöcher und Lustlosigkeit zu überwinden.

6. Wie gut?

Welche Noten möchtest du wirklich erzielen? Je nachdem, welche Noten du anpeilst, ändert sich entsprechend der Lernaufwand (übrigens keineswegs proportional, aber er wird ohne Frage höher sein, je besser du abschneiden möchtest).

7. Welcher Aufwand?

Die Frage ist entscheidend und hängt von mehreren Faktoren ab: Wie viel Aufwand kannst und willst du tatsächlich aufbringen? Sich selbst vorzumachen, acht Stunden am Tag lernen zu wollen, während man gleichzeitig Vorlesungen, Seminare und Übungen besucht, ist beispielsweise schlichtweg unrealistisch. Und auch in der vorlesungsfreien Zeit solltest du Freizeit und Pausen einplanen und dein tägliches Lernpensum entsprechend anpassen.

SMART: So plant ihr realistisch

Lernen leicht gemacht. Quelle: pixabay.com
Lernen leicht gemacht.
Quelle: pixabay.com

Die SMART-Technik ist eine weitere gute Möglichkeit, euer Lernpensum zu planen. Es geht hierbei darum, „angemessene“ Ziele zu formulieren, d. h. Ziele, die ihr tatsächlich auch erreichen könnt. Doch wofür steht SMART eigentlich? Mit Sicherheit seid ihr im Laufe eures Studiums über diese Methode gestolpert. Falls nicht, schlüssle ich den Begriff an dieser Stelle noch einmal für euch auf:

S: Spezifisch und eindeutig

M: Messbar und überprüfbar

A: Attraktiv und aktionsorientiert

R: Realistisch (herausfordernd und erreichbar)

T: Terminierbar

Und worauf beziehen sich diese Punkte? Das hängt ganz davon ab, worauf ihr euren individuellen Fokus legt – auf das große Ganze oder auf die einzelnen Schritte, die es zu bewältigen gilt. Mithilfe des SMART-Prinzips könnt ihr zum einen bestimmen, wie euer Lernplan während des Semesters aussieht, aber auch, wie ihr für jedes Fach im Einzelnen lernen bzw. vorgehen könnt. Dazu stellt ihr euch die oben genannten sieben Fragen und konkretisiert im zweiten Schritt mit der SMART-Methode. Was auf den ersten Blick so aussieht, als wäre es lediglich ein weiterer Zeitfresser, ist tatsächlich eine von vielen Strategien, euren Lernstoff zu portionieren und euch dabei nicht in den Mengen an Stoff zu verlieren.

Zu guter Letzt: Ihr könnt trotz hervorragender Vorbereitung nicht alles lernen, weshalb ein wenig Mut zur Lücke zum Lernen dazugehört und außerdem zeigt, ob ihr die richtigen Schwerpunkte setzen könnt.

Ich wünsche euch viel Erfolg, ein gutes Gelingen und das nötige Quäntchen Glück!

Romy

Liebt Literatur und Psychologie. Hat einen Master in Germanistik und studiert Psychologie im Zweitstudium, um beide Leidenschaften zu vereinen. "Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin; das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft." (F. W. Nietzsche)

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