Ein Wegweiser vor einer mit Kreide bemalten Wand. Die Pfeilschilder zeigen in unterschiedliche Richtungen, wie zum Beispiel "Jobs", "Career" oder "Success".

Zwischen Abschluss und erstem Job

Die Jobsuche gestaltet sich für viele Absolvent*innen aktuell frustrierend. Leonie teilt ihre Erfahrungen, woran das liegt und was man tun kann, um trotzdem motiviert am Ball zu bleiben.

Der Abschluss ist geschafft! Ein Meilenstein, auf den man lange hingearbeitet hat. Eigentlich ein Moment zum Feiern. Und doch fühlt sich die Zeit nach dem Studium für viele frustrierend an. Statt eines nahtlosen Übergangs ins Berufsleben erleben viele Absolvent*innen gerade Ernüchterung. Die Jobsuche zieht sich und die Absagen häufen sich. Aber woran liegt es, dass der Berufseinstieg aktuell so herausfordernd ist?

Zu wenig Berufserfahrung

Zum einen gibt es wenig Stellenangebote für Berufseinsteiger*innen. Stellenausschreibungen richten sich zwar offiziell an „Junior“-Profile, verlangen aber gleichzeitig zwei bis drei Jahre Berufserfahrung. Praktika oder Werkstudierendentätigkeiten zählen oft nicht. Das Gefühl das bei vielen zurückbleibt: Ich bin qualifiziert, aber trotzdem nicht genug.

Eine junge Frau sitzt auf dem Boden. Sie stützt das Kinn auf eine Hand auf und schaut frustriert auf den Bildschirm ihres Laptops.
Geduld und Durchhaltevermögen helfen, durch eine schleppende Bewerbungsphase hindurchzukommen. Absagen sind kein negatives Urteil über die eigene Person oder Fähigkeiten.

Hinzu kommt die angespannte wirtschaftliche Lage. Unternehmen agieren vorsichtiger, Budgets werden gekürzt, Mitarbeitende entlassen und Neueinstellungen gänzlich gestoppt. Demzufolge konkurriert eine große Zahl an Absolvent*innen um immer weniger Stellen. Und nicht nur das: Auch Menschen, die bereits erste Berufserfahrung haben und sich ebenfalls neu orientieren müssen, sind Teil dieses Bewerbermarkts. Für viele Berufseinsteiger*innen endet das in Ghosting oder standardisierten Absagen. Ein frustrierender Dauerzustand.

Die Jobsuche durchdacht angehen

Umso wichtiger ist es, die Jobsuche bewusst und strategisch anzugehen. Statt wahllos Bewerbungen zu verschicken, hilft es kurz innezuhalten: Was suche ich wirklich? In welchem Umfeld möchte ich arbeiten? Was ist mir wichtig – und was nicht? Klarheit spart Energie. Diese Energie kannst du sinnvoller verwenden, zum Beispiel zur Optimierung deiner Bewerbungsunterlagen.

Eine Lupe auf einer Jobannonce in der Zeitung.
Qualität vor Quantität: Deine Bewerbung auf die jeweilige Stellenanzeige auszurichten, kann sich später auszahlen.

Lebenslauf und Anschreiben sind keine Massenware, die im 5-Minuten-Takt in jedem erdenklichen Bewerbungsportal hochgeladen werden sollen. Stattdessen sollten sie bewusst und individuell auf die jeweilige Stelle, das Unternehmen und die Anforderungen abgestimmt werden.

Was du außerdem tun kannst? Netzwerken. Nicht immer bequem, aber überraschend wirkungsvoll. Kontakte über LinkedIn, ehemalige Kommiliton*innen, Alumni-Netzwerke, Jobmessen oder informelle Gespräche können Türen öffnen, die klassische Bewerbungen nicht erreichen.

Absagen mindern nicht dein Können

Zieht sich die Jobsuche über einen langen Zeitraum, kann sie für viele zu einer mentalen Herausforderung werden. Umso wichtiger ist es, sich selbst in dieser Zeit nicht aus dem Blick zu verlieren. Was mir geholfen hat war, mit andere darüber zu sprechen, denn du bist nicht die einzige Person auf der Suche nach einem Job. Die aktuelle Lage betrifft viele Absolvent*innen, unabhängig von Leistung, Abschlussnote oder Praxiserfahrung. Das Problem bist nicht du. Eine Absage sagt nichts über deinen Wert als Person oder deine Fähigkeiten aus. Sie bedeutet nur: Es hat gerade nicht gepasst. Mehr nicht.

Ein Klebezettel pinnt auf einer Computertastatur. Die Notiz heißt
Struktur und Ausgleich helfen, motiviert an der Jobsuche dranzubleiben.

Meine persönlichen Tipps, um nicht in eine „Negativspirale“ zu fallen

Schaffe dir Struktur und Ausgleich. Eine feste Tagesroutine, Bewegung, Hobbys oder kleine Ziele außerhalb der Jobsuche geben Halt, denn Struktur verhindert Grübeln und das Gefühl, „nichts geschafft“ zu haben. Gerade in einer langen Bewerbungsphase hilft es, dem Tag bewusst einen Rahmen zu geben und Erfolge nicht nur an Zusagen festzumachen.

Ein weiterer Punkt, der mir persönlich sehr geholfen hat war auch vermeintliche „Umwege“ in Betracht zu ziehen. Warum nicht parallel auf Praktikastellen bewerben? Ich selbst habe nach meinem Studium zunächst ein Praktikum gemacht. Anfangs hatte ich Bedenken, damit einen Rückschritt zu machen. Rückblickend würde ich es jedoch als strategischen Zwischenschritt betrachten. Das Praktikum hat mir nicht nur wertvolle Praxiserfahrung verschafft, sondern mir auch klarer gezeigt, was ich wirklich möchte. Vor allem hat es mir das Gefühl zurückgegeben, aktiv zu gestalten statt nur auf Rückmeldungen zu warten. Und tatsächlich war ich nicht die einzige Masterabsolventin als Praktikantin. Aktuell machen sie einen Großteil der Praktikant*innen aus.

Mein Fazit

Wenn du dich gerade in dieser Phase wiedererkennst, nimm dir mit: So endlos wie diese Zeit auch erscheinen mag, sie ist eine Übergangsphase, kein Dauerzustand. Du sammelst gerade nicht nur Absagen, sondern auch Resilienz, Klarheit und Erfahrung. Und die werden dir später mehr helfen, als du jetzt vielleicht glaubst.

Leonie

Du willst deiner Jobsuche Aufschwung geben?
Der Career Service der Universität Stuttgart unterstützt Studierenden bei der Berufsorientierung und Bewerbung. Praxisnahe Workshops, Beratungen und individuelles Coaching erleichtern den Übergang in die Berufswelt. 

Workshops zur Berufsberatung

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