Was ich vor meiner ersten Prüfungsphase gerne gewusst hätte

Ciao Klassenarbeit, Servus Klausur: An der Uni ist die Prüfungsphase anders als in der Schule. Es gibt weniger Vorgaben, vieles planst und verantwortest du selbst. Arya gibt Tipps, wie du organisiert lernst und deine erste Prüfungsphase gekonnt meisterst.

Prüfungen in der Schule sind klar strukturiert: Es gibt feste Termine für Klassenarbeiten, die Lehrerin oder der Lehrer erinnert dich daran, was drankommt, und meistens lernst du ein paar Tage vorher intensiver.

An der Uni funktioniert das anders. Plötzlich musst du selbst entscheiden, für welche Prüfungen du dich anmeldest, wann du welche Klausur schreibst, wie du für mündliche Prüfungen lernst und wie viel du dir überhaupt zutrauen kannst. Genau das ist am Anfang schwierig, weil man noch gar nicht weiß, wie viel Arbeit wirklich hinter einer Vorlesung oder einem Seminar steckt.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich in meiner ersten Prüfungsphase vieles unterschätzt habe. Ich dachte: Wenn ich während des Semesters einigermaßen mitkomme, dann wird die Prüfungsvorbereitung schon irgendwie funktionieren. Aber an der Uni reicht dieses „irgendwie“ oft nicht. In diesem Blogbeitrag möchte ich deshalb ein paar Dinge teilen, die ich gerne früher gewusst hätte.

Melde dich nicht für alles an

Am Anfang hat man oft diesen Druck, alles schnell zu schaffen. Man denkt: Ich will keine Zeit verlieren. Ich will nicht direkt im ersten Semester hinterherhängen.

Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Deine Prüfungen und Lernsessions realistisch zu planen, ist Übungssache.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine realistische Planung wichtiger ist als eine perfekte, aber vollgepackte Planung auf dem Papier. Drei gut vorbereitete Prüfungen sind oft besser als fünf Prüfungen, bei denen du überall nur halb dabei bist.

Mein Tipp: Verschaffe dir einen Überblick darüber, was du vorbereiten musst. Eine Klausur mit vielen Rechenaufgaben ist anders als eine Klausur, bei der du viel auswendig lernen musst. Eine mündliche Prüfung braucht eine andere Vorbereitung als eine schriftliche Prüfung. Und ein Modul, das während des Semesters leicht wirkt, kann in der Klausur trotzdem sehr anspruchsvoll sein.

Mach dir eine Liste zur besseren Einschätzung:

  • Welche Prüfungen sind Pflicht?
  • Welche Prüfungen bauen auf späteren Modulen auf?
  • Welche Prüfung ist für mich persönlich am schwierigsten?
  • Welche Prüfungen liegen zeitlich sehr nah beieinander?
  • Wo brauche ich wirklich eine gute Note, und wo reicht erstmal das Bestehen?

Fang nicht mit Zusammenfassen an, wenn du eigentlich Aufgaben lösen musst

Ein Fehler, den viele machen: Sehr viel Zeit damit verbringen, Zusammenfassungen zu schreiben. Das fühlt sich produktiv an. Man hat am Ende viele Seiten, farbige Markierungen und das Gefühl: Ich habe gelernt.

Aber, Infos zusammenfassen, ist nicht gleich lernen. Wenn die Klausur aus Aufgaben besteht, musst du Aufgaben lösen und Wissen transferieren. Wenn die Prüfung mündlich ist, musst du laut erklären können. Wenn du Formeln anwenden musst, reicht es nicht, sie zehnmal anzuschauen.

Ob du den Lernstoff wirklich verstanden hast, merkst du sobald du das Gelernte anwendest, z.B. in Übungen.

Ich würde heute viel früher mit aktiven Methoden anfangen:

  • Altklausuren rechnen
  • Übungsblätter nochmal ohne Lösung bearbeiten
  • eigene Fragen formulieren
  • aus dem Gedächtnis erklären, worum es geht
  • Themen laut zusammenfassen, als würdest du sie jemandem beibringen

Was viele am Anfang nicht wissen: In Fachgruppen oder in der Fachschaft engagieren sich Studierende, die schon länger dabei sind und oft sehr gute Informationen haben, z.B. Altklausuren, Gedächtnisprotokolle oder zumindest Hinweise darauf, welche Unterlagen hilfreich sind.

Deshalb mein Tipp: Baue einen Draht zur Fachgruppe auf. Gerade am Anfang kann dir der Austausch mit Studierenden aus höheren Semestern helfen, weil du dadurch besser verstehst, wie die Prüfung wirklich aufgebaut ist und worauf du beim Lernen achten solltest.

Lerngruppen sind gut, aber nur wenn sie wirklich funktionieren

Ich finde Lerngruppen sehr hilfreich, wenn sie ein klares Ziel anstrebt. Zum Beispiel:

  • Heute rechnen wir die Altklausur von 2022.
  • Jede Person erklärt ein Thema.
  • Wir simulieren eine mündliche Prüfung.
  • Wir sammeln typische Fehler und schreiben sie auf.

Besonders für mündliche Prüfungen sind Lerngruppen sehr stark. Du merkst sofort, ob du ein Thema wirklich verstanden hast.

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Triff dich mit deiner Lerngruppe und legt vorher gemeinsam fest, welches Thema ihr bearbeiten wollt und mit welcher Methode. Das Aquarium auf dem Campus Vaihingen ist dafür ein super Ort.

Plane Pausen ein, nicht nur Lernzeiten

Als ich angefangen habe zu studieren, habe ich Lernpläne oft zu optimistisch gemacht. Montag bis Samstag, jeden Tag sechs Stunden, alle Themen sauber verteilt. Auf dem Papier sah das sehr gut aus. In der Realität funktioniert das selten so.

Du wirst an manchen Tagen langsamer sein. Manche Themen brauchen mehr Zeit, bis du sie verinnerlicht hast. Vielleicht bist du krank, müde oder mental einfach nicht aufnahmefähig.

Ich würde heute immer mindestens einen Puffertag pro Woche einplanen. Nicht als freien Tag, den man direkt wieder vollpackt, sondern wirklich als Reserve. Wenn alles gut läuft, kannst du wiederholen. Wenn etwas schiefgeht, rettet dieser Tag deinen Plan.

Mündliche Prüfungen brauchen eine andere Vorbereitung

In einer mündlichen Prüfung sitzt dir jemand gegenüber und wartet auf deine Antwort. Was mir in so einer Situation hilft ist daran zu denken, dass eine mündliche Prüfung nicht nur Wissen abfragt. Sondern du zeigst, dass du deine Gedanken sortieren kannst: Wenn der oder die Prüfer*in eine Frage stellt, ist es oft besser, sich kurz zu strukturieren, statt sofort loszureden. Zum Beispiel: „Ich würde die Antwort in zwei Teile aufteilen. Zuerst erkläre ich den Grundgedanken, danach ein Beispiel.“ Allein so ein Satz gibt dir Zeit und zeigt, dass du strukturiert denkst.

Für mündliche Prüfungen lernst du am besten laut. Erkläre dir oder erkläre deiner Lerngruppe in eigenen Worten, was du über ein Thema gelernt hast.

Mein Tipp: Übe mündliche Prüfungen wirklich laut. Setz dich mit einer anderen Person hin und lass dich abfragen. Oder nimm dich selbst kurz mit dem Handy auf. Das ist am Anfang unangenehm, aber du merkst sehr schnell, wo du hängenbleibst. Und wenn du in der Prüfung kurz blockierst, ist das nicht automatisch vorbei. Du kannst sagen: „Ich brauche kurz einen Moment, um meine Gedanken zu sortieren.“ Das ist besser, als panisch irgendetwas zu sagen.

Was ich nach meiner ersten Prüfungsphase anders gemacht hätte

Wenn ich nochmal in meine erste Prüfungsphase zurückgehen könnte, würde ich drei Dinge anders machen:

Erstens: Früher anfangen, aber kleiner. Nicht erst warten, bis der Druck groß ist, sondern jede Woche ein bisschen wiederholen. Nicht perfekt, aber kontinuierlich.

Zweitens: Viel früher prüfen, ob ich den Stoff wirklich kann. Nicht nur lesen, sondern Aufgaben rechnen, Fragen beantworten und Themen laut erklären.

Drittens: Weniger aus Angst planen. Am Anfang plant man oft aus Unsicherheit. Man denkt, man muss alles gleichzeitig schaffen, sonst ist man schlecht im Studium. Aber das stimmt nicht. Studium ist kein Sprint, sondern ein System, das man erst lernen muss.

Plane realistisch. Lerne aktiv. Sprich mit Leuten, die die Prüfung schon geschrieben haben. Und wenn etwas nicht perfekt läuft, heißt das nicht, dass du für die Uni nicht geeignet bist. In der ersten Prüfungsphase beweist du nicht nur, dass du den Stoff beherrschst, sondern auch wie gut du dich selbst organisieren kannst. Ich drücke dir die Daumen.

Arya

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