Fürs Studium ins Ausland - Mein mutiger Schritt

Studieren in einem fremden Land, weit weg von zu Hause, Familie und Freunden. Für viele ein Traum, doch er erfordert Mut und Durchhaltevermögen. Arya weiß, was es bedeutet, an einem neuen Ort anzukommen und wie man so manche Hürde meistert.

Während meines Bachelorstudiums im Iran habe ich früh den Entschluss gefasst, anschließend ein Masterstudium zu absolvieren. Nach intensiver Recherche wurde mir klar, dass Deutschland exzellente Studienbedingungen und gute Karrierechancen bietet – besonders im Ingenieurwesen. Die Region Stuttgart hat mich besonders angesprochen, da hier viele der weltweit führenden Unternehmen der Automobilindustrie ansässig sind.

Neben den akademischen und beruflichen Möglichkeiten spielte für mich auch die Meinungsfreiheit eine entscheidende Rolle. Die Möglichkeit, meine Ansichten offen zu äußern und mich frei zu entfalten, war auch ein wichtiger Grund, mich für Deutschland als Studien- und Lebensort zu entscheiden.

Was gegen Heimweh hilft

Heimweh ist ganz natürlich – es kam bei mir etwa sechs bis sieben Monate nach meiner Ankunft spürbar auf. In dieser Phase realisiert man, wie weit weg man von Familie, Freunden und gewohnten Strukturen ist. Gleichzeitig steht man vor alltäglichen Herausforderungen: Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede, und die Tatsache, dass man sich in vielen Lebensbereichen – sei es im Studium, bei Behördengängen oder im Arbeitsmarkt – neu orientieren muss.

Es gibt Communities für Iraner*innen und auch für andere Kulturen, die sich zu verschiedenen Anlässen treffen. Da Heimweh für uns alle ein ähnlicher Schmerz und ein gemeinsames Gefühl war, hatten wir viel Verständnis füreinander. In diesen Gruppen habe ich wertvolle Freundschaften geschlossen, die mir sehr geholfen haben, das Heimweh zu überwinden.

Der Austausch mit anderen hat Arya geholfen sein Heimweh zu überwinden und in Deutschland anzukommen.

Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass mir dabei vor allem Offenheit und die aktive Kontaktaufnahme mit anderen geholfen haben. Man sollte stets freundlich und sympathisch auftreten und offen auf andere zugehen.

Da ich mich sehr für Entrepreneurship interessiere, habe ich außerdem an verschiedenen Veranstaltungen zu diesem Thema teilgenommen – sowohl intern an der Universität als auch extern. Diese Events haben mir nicht nur dabei geholfen, neue Kontakte zu knüpfen, sondern auch mein Netzwerk stetig zu erweitern.

Sprachliche und kulturelle Hürden überwinden

Besonders schwierig war es, komplexe Probleme in einer Sprache zu lösen, die nicht meine Muttersprache ist. Dinge, die selbst auf Persisch herausfordernd wären, mussten plötzlich auf Deutsch – meiner dritten Sprache – bewältigt werden. Auch wenn ich bereits gut Englisch spreche, war der Alltag auf Deutsch zu meistern eine enorme Umstellung.

Hinzu kam das Gefühl, die gesellschaftlichen Codes nicht ganz zu verstehen. Obwohl ich die Menschen hier als offen, hilfsbereit und freundlich erlebt habe, blieb die Sprache oft eine unsichtbare Mauer, die ich aktiv überwinden wollte. Dabei halfen mir vor allem Geduld, Eigeninitiative und der Austausch mit anderen – sowohl mit internationalen als auch deutschen Studierenden.

Das Gefühl von Sicherheit hält mich hier

Hauptgrund, weshalb ich in Deutschland bleiben möchte: das Sicherheitsgefühl im alltäglichen Leben als auch in gesellschaftlicher und beruflicher Hinsicht.

Die beruflichen Möglichkeiten sind attraktiv: Besonders im technischen Bereich gibt es vielfältige Chancen, sich weiterzuentwickeln und einen langfristigen Karriereweg aufzubauen. Ich möchte nicht nur mein Wissen anwenden, sondern auch zur Weiterentwicklung nachhaltiger Technologien beitragen.

In Deutschland hat Arya beruflich bessere Perspektiven als in seinem Heimatland. Auch wenn er viel an sein zu Hause denkt, hält es ihn hier.

Inzwischen habe ich mich intensiv mit den Anforderungen für meinen Beruf auseinandergesetzt. Ich habe recherchiert, welche Qualifikationen in meinem Bereich – Maschinenbau – besonders gefragt sind und was ich konkret tun kann, um diese Kompetenzen frühzeitig aufzubauen. Auch darüber, welche Herausforderungen mich im späteren Berufsalltag erwarten könnten, habe ich mir Gedanken gemacht. Ich möchte schon jetzt daran arbeiten, gut vorbereitet zu sein.

Bisherige Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es wichtig ist, die Abläufe und Prozesse in Unternehmen zu verstehen. Wenn man in der Lage ist, komplexe Dinge in einfachen Worten zu beschreiben, hat man bessere Chancen, sich erfolgreich im Arbeitsmarkt zu bewegen.

Genauso wichtig ist es, Netzwerke aufzubauen und gut mit Menschen zu kommunizieren. Offenheit, aktives Zuhören und der Wille, Verantwortung zu übernehmen, werden in der Arbeitswelt sehr geschätzt. Ich habe gelernt: Fachwissen ist wichtig – aber ohne Kommunikation und Teamfähigkeit wird es schwierig, wirklich anzukommen. Wer bereit ist, eigenständig zu arbeiten und sich aktiv einzubringen, findet in Deutschland viele Möglichkeiten, beruflich Fuß zu fassen.

Arya

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Alle Eingabefelder, die mit einem Stern (*) versehen sind, sind Pflichtfelder.


Zum Seitenanfang