Ein junger Mann steht vor einer weißen Wand, auf der in unterschiedlichen Farben Begrüßungen in verschiedenen Sprachen stehen.

Fremdsprachen im Studium nicht verlernen

Fremdsprachen geraten im Uni-Alltag oft schneller in Vergessenheit, als man denkt. Unser Autor Johannes erzählt euch, warum das völlig normal ist und wie man trotz Uni-Stress seine Sprachkenntnisse erhalten oder sogar verbessern kann.

Nach der Schulzeit am Sprachenlernen dranbleiben

Eine Fremdsprache zu sprechen ist ziemlich cool und praktisch. Von Null anzufangen, erfordert allerdings viel Zeit und Aufwand. Es kann durchaus mehrere Jahre dauern, um auf ein gutes Level zu kommen. Umso hilfreicher ist es, wenn man auf bereits vorhandenes Wissen aufbauen kann. Ich hatte während der Schulzeit nur wenig Interesse am Lernen von Fremdsprachen. Für das Abitur musste ich Englisch und Französisch lernen, konnte die Sprachen aber kaum anwenden. Deshalb lag mein Fokus besonders im Bachelorstudium überhaupt nicht darauf, an meinen Sprachkenntnissen zu arbeiten. Erst später ist mir aufgefallen, wie schnell man eine Sprache verlernt, wenn man sie nicht regelmäßig nutzt.

Sprechen ist die Königsdisziplin

Mit Englisch kommt man im Alltag häufiger in Kontakt, beispielsweise in den sozialen Medien, beim Musik Hören oder beim Recherchieren für eine Hausarbeit. Deshalb werden die meisten ihre Englischkenntnisse wahrscheinlich nie so ganz verlernen. Flüssiges Sprechen sowie der Gebrauch von Redewendungen und guter Grammatik lassen sich nach meiner Erfahrung aber nur richtig aufrechterhalten, wenn man es regelmäßig spricht. Genau das war mein Problem. Nach der Schulzeit hatte sich mein Englisch zunächst verschlechtert. Ich habe zwar einiges auf Englisch gehört und gesehen, aber kaum gesprochen. Dadurch baut sich eine Unsicherheit auf frei zu sprechen, da man ja Fehler machen kann, was sich vielleicht ein wenig unangenehm anfühlt.

Eine Gruppe junger Leute sitzt auf einer Treppe und unterhält sich.
Sprechen, sprechen, sprechen - das ist A und O. Einfach trauen und nicht viel darüber nachdenken, denn vielen anderen wird es genauso gehen wie dir.

Folglich wächst oft die Hemmschwelle, Englisch zu sprechen, wenn sich bereits das Gefühl eingeschlichen hat, etwas eingerostet zu sein. Genau das ist jedoch einer der größten Fehler mit Sprachen, denn nur durch solche Situationen entwickeln sich die eigenen Fähigkeiten weiter. Das war auch mein größter Fehler: Erst wer sich traut zu sprechen, kann wirklich besser werden. Dabei ist es gar nicht entscheidend, grammatikalisch perfekt zu sein – eine Sprache zu kennen bringt wenig, solange sie nicht genutzt wird. Ich habe dann schnell selbst gemerkt: Je mehr ich mich getraut habe, wieder frei auf Englisch zu sprechen, desto mehr habe ich an Selbstsicherheit gewonnen und die Fehler wurden dann auch von selbst weniger. 

Wie kann ich am besten dranbleiben?

Durch ein Auslandsemester während meines Masterstudiums konnte ich meine Sprachkenntnisse wieder auf Kurs zu bringen. Wer mehrere Monate täglich von einer anderen Sprache umgeben ist und dabei gewissermaßen ins kalte Wasser geworfen wird, lernt in der Regel am schnellsten. Dadurch habe ich richtig Freude am Sprechen entwickelt, auch weil man zwangsläufig Menschen aus anderen Ländern begegnet, was den Austausch noch spannender macht.

Wieder zurück in Deutschland fiel es mir etwas schwerer Fremdsprachen wieder in meinen Alltag zu integrieren, aber auch hierzu gibt es praktikable Lösungen. Eine Möglichkeit sind unter anderem die Sprachkurse des Sprachenzentrums (SZ). Dort habe ich beispielsweise einen Business-Englisch-Kurs besucht, bei dem man neben der Sprache auch seine Soft-Skills weiterentwickeln kann. Zusätzlich wollte ich auch eine weitere Fremdsprache dazulernen und habe mich für einen Spanischkurs am SZ angemeldet. Das ist eine super Möglichkeit Fremdsprachen in den Alltag zu integrieren und zusätzlich sind die Kurse kostenlos. Noch besser: Manche Kurse kann man sich auch als Schlüsselqualifikation anrechnen lassen. In meiner Freizeit habe ich auch Sprachen-Apps ausprobiert. Zugegeben: Es ist ganz schön schwer allein damit eine Sprache zu lernen. Allerdings ist es eine gute Variante kurze Lerneinheiten in den Alltag einzubauen, wenn man beispielsweise in der Bahn sitzt und sowieso nichts anderes zu tun hat. Meiner Meinung nach sind Apps eine gute Ergänzung, aber keine Wunderlösung.

Kurse am Sprachenzentrum

Außerdem kann ich das Buddy-Programm oder das Interkulturelle Mentoring-Programm der Uni Stuttgart empfehlen, um mit internationalen Studierenden in Kontakt zu kommen. Als Buddy oder Mentor kann man andere Studierenden bei ihrer Ankunft und Eingewöhnung in Stuttgart unterstützen und kommt automatisch in Situationen, in denen man auch mit Fremdsprachen kommunizieren muss. Auch das ist eine klasse Möglichkeit dranzubleiben und gleichzeitig anderen Studierenden zu helfen.

Zwei Studierende stehen vor dem Internationalen Zentrum auf dem Campus Vaihingen und unterhalten sich.
Als Mentor oder Mentorin bleibst du mit dem Englishsprechen immer im Flow und kannst nebenbei einen internationalen Studierenden bei seiner Ankunft in Stuttgart unterstützen.

Werde Mentor!

Viel mehr als nur „nice to have“

Mir selbst hat es viel gebracht mich intensiver mit dem Sprachenlernen zu beschäftigen. Ich konnte nicht nur meine Kenntnisse verbessern, sondern auch viele neue internationale Freundschaften knüpfen. Meine Selbstsicherheit hat sich dadurch nicht nur beim Sprechen, sondern auch generell beim Auftreten verbessert. Wer sein Wissen aktiv nutzt und dranbleibt, merkt schnell, dass Sprachen für weit mehr gut sind, als nur im Urlaub nach dem Weg zu fragen. Spätestens beim Berufseinstieg können gute Sprachkenntnisse dann oft zum echten Pluspunkt werden, da viele Unternehmen international arbeiten. Fremdsprachen sind für mich längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine Schlüsselkompetenz für Studium, Karriere und persönliche Entwicklung.

Johannes

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