Semesterferien: Oh du fröhliche, vorlesungsfreie Zeit?

 

Semesterferien und Weihnachten – was gibt es Schöneres?
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Da ist sie wieder, die liebe Vorweihnachtszeit. Das Semester ist halb überstanden! Semesterferien und Weihnachten fallen zusammen, Heimatbesuche sind fest eingeplant. Alte Freundschaften wiederbeleben, schmausen und die Seele baumeln lassen ist alles, wonach den meisten der Sinn steht. Und wann geht das besser, als zum Jahreswechsel? Eine kurze Verschnaufpause vor der Klausurenphase scheint also genau richtig. Aber: Was ist jetzt wirklich sinnvoller… einfach mal fünf gerade sein lassen – oder lieber am Ball bleiben und die Zeit zum Vor- bzw. Nachbereiten nutzen? Im heutigen Beitrag teile ich meine Gedanken mit euch und verrate, womit ich mich motiviere. 

 

Oh du fröhliche, vorlesungsfreie Zeit

Der große Vorteil – und gleichzeitige Nachteil – des Wintersemesters ist die Tatsache, dass an den meisten Universitäten zwischen Weihnachten und kurz nach dem Jahreswechsel vorlesungsfreie Zeit herrscht.

An  einigen Unis bedeutet das gerade mal eine Woche, an anderen anderthalb und manche haben sogar bis zu 2 Wochen am Stück frei. An der Universität Stuttgart betrifft das den Zeitraum vom Samstag, den 22. Dezember 2018 bis Sonntag, den 6. Januar 2019.

Aber auch diese Zeit wird in der Regel von Dozierenden nicht als Freizeit angesehen, sondern als eine Gelegenheit, sich intensiver mit dem Vorlesungsstoff zu befassen, Übungen durchzuführen und/oder Lücken aufzuarbeiten bzw. zu schließen. Was also tun? Dem Nichtstun frönen oder noch einmal voll durchstarten, während der Rest der Welt das Gegenteil zu tun scheint?

Erst Lernstand checken, dann Koffer packen

Bevor ihr der Uni den Rücken zukehrt, die Lernunterlagen in die Ecke pfeffert, euren Koffer (oder Rucksack) packt und euch schleunigst per Bus, Bahn oder Auto auf den Weg in die ferne (oder nahe) Heimat verabschiedet, solltet ihr einen kurzen Moment innehalten und eine ehrliche Bestandsaufnahme machen. Auf diese Weise erspart ihr euch eine Menge Stress im neuen Jahr.

Voll im Stress!
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Wie seid ihr bislang im Semester mit dem Vorlesungsstoff, den Übungen und Tutorien zurechtgekommen? Könnt ihr euch den Luxus, einfach gar nichts zu tun, überhaupt leisten? Dabei können euch folgende Fragen helfen:

  • Habe ich Vorlesungen und Übungen versäumt, die es spätestens für die Klausurvorbereitung nachzuarbeiten gilt?
  • Komme ich mit dem Vorlesungsstoff grundsätzlich zurecht?
  • Muss ich Übungsaufgaben, Essays und/oder Kurzseminararbeiten nach der Winterpause einreichen?
  • Ist der Lernstoff bis zum Beginn der Klausurenphase bewältigbar, wenn ich über die vorlesungsfreie Zeit nichts tue?
  • Wie viel neuer Lernstoff kommt nach Neujahr noch hinzu?
  • Wo stehe ich lerntechnisch gerade?

So banal euch die Fragen erscheinen mögen, so sehr neigen wir doch alle dazu, unserer inneren Stimme zu folgen, die uns gerne einflüstert, dass nach Neujahr noch genug Zeit ist. Und wer weiß, womöglich hat sie sogar recht. Das wisst aber nur dann mit Sicherheit, wenn ihr euch tatsächlich mit der unbequemen Frage auseinandersetzt, ob Nichtstun in eurer Situation wirklich angebracht ist.

Je nachdem, wie eure Antworten ausfallen, könnt ihr euch anschließend bewusst für das eine oder andere entscheiden. Wozu bewusst? So könnt ihr einem notorisch schlechten Gewissen vorbeugen, statt euch im Hintergrund mit der Frage zu plagen, ob ihr nicht doch besser mehr getan hättet, als ihr noch die Zeit dazu hattet.

Kein böses Erwachen

Ein Kater der etwas anderen Art.
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Aber hey, es sind schließlich Feiertage! So verlockend es auch sein mag, nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun, das böse Erwachen kommt spätestens am 2. Januar, zumindest war das meine persönliche Erfahrung.

Die Zeit zwischen den Feiertagen zerrinnt unbemerkt zwischen den Fingern und ehe wir es uns versehen, sind die Festtage vorbei, untergegangen in Familien- und Freundesbesuchen, Filmsessions, langen Partynächten und/oder einem Kurzurlaub.

Was zurückbleibt ist das Gefühl, das einem verspäteten Silvesterkater ähnelt: Ein schaler Nachgeschmack, ein nagendes schlechtes Gewissen und lähmende Kopfschmerzen bei dem Gedanken an die knappe Zeit bis zu den Klausuren. Kein schönes Gefühl. Wirklich nicht.

Sparflammenmodus: An!

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, möchte ich euch den sogenannten Sparflammenmodus ans Herz legen. Dieser ist keine Neuerfindung und ebenso wenig neumodischer Schnickschnack, sondern folgt einer simplen Regel: Es dem Gewohnheitstier in uns so leicht wie möglich machen.

Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung: Wir alle betreiben tagtäglich Hygiene in der einen oder anderen Weise (spätestens dann, wenn wir uns in die Öffentlichkeit begeben). Der Aufwand mag sich nach Anlass und Gelegenheit unterscheiden, aber das Minimum – wie die Zähne zu putzen und das Gesicht zu waschen – halten die meisten Menschen auch in stressigen Phasen ein.

Alles auf Sparflamme.
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Wenden wir das nun auf unsere Lernroutine an, so bedeutet das Folgendes: Statt stundenlanger Lernsessions und/oder Vor- bzw. Nachbereitungen nehmt ihr euch einen Zeitraum von 5 bis 15 Minuten täglich vor, den ihr ausschließlich dem Studium widmet. Sei es, um Vorlesungen nachzubereiten und Lücken zu schließen, sei es um bereits für die Klausuren zu lernen. Wichtig ist nur, dass ihr am Ball bleibt und euch trotz zahlreicher Ablenkungen diesen kleinen Zeitraum freischaufelt, um im (Lern-) Fluss zu bleiben. Sich nach einiger völligen Lernabstinenz wieder zum Lernen aufzuraffen erfordert erheblich mehr Energie, als kontinuierlich und konsequent jeden Tag ein wenig zu tun. Ihr wisst schon, steter Tropfen höhlt den Stein (der Unwissenheit).

Wenn es dann an einem oder zwei Tagen doch nicht klappen sollte, ist das kein Beinbruch, denn ihr habt immer noch mehr getan, als wenn ihr euch fürs Nichtstun entschieden hättet. Und darauf kommt es an! Ein bisschen ist immer noch besser als gar nichts.

Ab in die wohlverdiente Pause

Ein kleiner Nachtrag für diejenigen unter uns, die genau das Gegenteil von Faulenzen und Prokrastination betreiben: Das ganze Semester durchzupowern mag für einige Semester funktionieren, aber irgendwann erreicht ihr den Punkt, an dem ihr ausgebrannt seid. Wortwörtlich: Ausgebrannt. Leer. Erschöpft.

Weihnachtlicher Genuss.
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Deshalb gönnt euch einige Tage Auszeit, nehmt bewusst weder Laptop noch Buch oder Lernmaterialien in die Hand, sondern erholt euch – körperlich wie geistig. Euer Körper wird es euch danken, und selbstverständlich auch euer Gehirn.

Wir benötigen beides, Zeiten, in denen wir Energie in Projekte investieren, aber ebenso auch Zeiten, in denen wir uns wieder regenerieren.

In diesem Sinne, frohe Festtage, gemäßigtes Lernen und einen guten Rutsch!

Romy

 

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