Erasmus in Warschau: Auf den Spuren von Marie Curie und Chopin

Wem es im alltäglichen Terrain etwas zu gewohnt ist; wer wissen möchte, wie es sich anfühlt, mal im Ausland zu Leben; wer Lust hat die junge und lebendige Hauptstadt Polens kennenzulernen – dem sei ein Erasmus-Semester in Warschau dringend empfohlen.

„Marie Curie und Chopin sind die zwei prominentesten Polen, die ich kenne. Zwar sind beide international eher unter ihrem französischen Namen bekannt, mehr haben wir allerdings nicht an Prominenz,“ erklärt der Touristenführer der Free-Walking-Tour mit einem Augenzwinkern. An letzterem sollte jeder teilnehmen, der das Vergnügen hat, Warschau zu besuchen. Studierende der Uni Stuttgart haben die Möglichkeit der polnischen Hauptstadt im Rahmen eines Erasmus-Semesters näherzukommen.

Altstadt von Warschau
Altstadt von Warschau

Um ein Semester mittels Erasmus-Programms im Ausland verbringen zu können, muss man als Sozialwissenschaftler*in im Vorfeld einige Dokumente ausfüllen; mit dem Ansprechpartner seines Studienganges die Modalitäten, der im Ausland erworbenen Leistungsnachweise klären; und schon kann es auf Wohnungssuche gehen. „Eigentlich läuft bei der Organisation alles ziemlich unproblematisch. Etwas Ausdauer musste ich allerdings bei der Kommunikation mit den polnischen Fachkoordinatoren mitbringen“, erzählt Tim, der Empirische Politik- und Sozialforschung an der Uni Stuttgart studiert und das Sommersemester in Warschau verbringt. Der Masterstudent der Empirischen Politik- und Sozialforschung ist froh, dass er sich für das Erasmus-Semester in Warschau entschieden hat. „Ich habe gerade wirklich die schönsten Monate meiner Studentenzeit. Jeden Tag lernt man tolle Leute unterschiedlicher Nationalitäten kennen, es ist einfach immer was los und man bekommt super Eindrücke von anderen Weltanschauungen und Lebensplänen. Man erfährt viele Anregungen für sich und seine eigene Sichtweise, das bringt mir viel.“

Laue Sommernächte sollte man an Strandbars entlang der Weichsel verbringen.

Bei einem Besuch der polnischen Hauptstadt, sollte man unbedingt den Königsweg ablaufen. Die schönste Flaniermeile der Stadt führt an Palästen, Kirchen, Sehenswürdigkeiten und Parks, wie dem Präsidentenplast, dem Grab des unbekannten Soldaten oder dem Chopin-Museum vorbei. „Am besten lernt man Warschau bei einer Free Walking Tour kennen. Die bieten Touren zu unterschiedlichen Themen in verschiedenen Sprachen auf Trinkgeldbasis an. Da sieht man ziemlich viel und ist danach sehr gut informiert“, rät Tim. Eine dieser Touren führt die Teilnehmer durch die Warschauer Altstadt. Diese wurde nach dem 2. Weltkrieg komplett wiederaufgebaut. Dabei hat man sich an Abbildungen aus der Zeit vor der Zerstörung orientiert und versucht, die Gebäude genau so wieder zu rekonstruieren.

Strand an der Weichsel
Strand an der Weichsel

Ereignisreiche Sommertage kann man in Warschau gut an einer der Strandbars entlang der Weichsel ausklingen lassen. Hier findet man nette Gesellschaft, kühle Drinks und entspannte elektronische Musik. Wer auf der Suche nach Alternativen zu Studentenpartys ist, sollte dringend ins Warschauer Nachteben abtauchen. Dazu sollte man auf jeden Fall die Pawilony besuchen. Das sind kleine Hinterhof-Cafés mit gemütlichen Außenbereichen und jede Menge internationalem Publikum. Wer tanzen gehen will, ist in den Clubs auf der Mazowiecka Straße sehr gut aufgehoben. Tim: „Liebhabern der elektronischen Musik empfehle ich auf jeden Fall das Nowa Jerozolima. Allerdings sind auch die kostenlosen Chopin-Konzerte, die im Sommer im Łazienki-Park stattfinden, einen Besuch wert.“

 

Janey

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