Pflichtpraktika im Lehramtsstudium

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Ich kann mich noch erinnern: Vor einem halben Jahr kam ich als absoluter Studiums-Frischling an die Universität Stuttgart. Und obwohl ich alle Infoveranstaltungen besuchte, zogen manche wichtigen Details an mir vorbei. Geben wir es doch zu: es ist ein großer Sprung als verhätschelter Gymnasiast in die sehr anonyme und so viel unübersichtlichere Uni. Ich studiere auf Lehramt und da man für diesen Studiengang gleich zwei Pflichtpraktika absolvieren muss und das auch noch innerhalb eines bestimmten Zeitraums, fasse ich Euch alles Wissenswerte darüber zusammen und habe sogar noch einen Geheimtipp, der Euch jede Menge Zeit sparen wird.

Die zwei wichtigsten Praktika im Lehramtsstudium sind das Orientierungspraktikum und das Sozial- oder Betriebspraktikum. Für das Orientierungspraktikum werden zwei Wochen eingerechnet und es wird empfohlen es bereits vor Antritt des Studiums hinter sich zu bringen. Aber keine Panik! Ich habe auch nicht meine kostbare „Das-Abi-ist-endlich-geschafft-ich-mach-gar-nichts-mehr-Zeit“ dafür geopfert. Und zwei Wochen lassen sich ja auch in die vorlesungsfreie Zeit quetschen. Aber lasst Euch nicht zu viel Zeit, denn die Bestätigung für das Orientierungspraktikum (könnt Ihr Euch über die Seite des Regierungspräsidiums ausdrucken) muss bis Ende des dritten Semesters im Studierendensekretariat eingereicht werden.

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Im Pflichtpraktikum lernt man meist richtig was, zum Beispiel den Unterrichteinstieg vorzubereiten

Nun zum Bewerbungsverfahren: Man wendet sich nicht, so wie ich anfangs dachte, direkt an die Schulen, die für einen in Frage kommen, sondern geht auf die Seite des Regierungspräsidiums Baden-Württemberg (hier online bewerben) um sich dort in deren Portal umzuschauen, welche Schulen verfügbare Plätze anbieten. Wenn Ihr dann einen festen Platz an einem Gymnasium Eurer Wahl in der Tasche hab, könnt Ihr Euch auf zwei spannende Wochen freuen in denen man merkt, dass Vorlesung um 9.45 Uhr gar nicht so früh ist im Vergleich zu Unterricht um 7.45 Uhr. In der ersten Woche durfte ich in alle Fächer reinschnuppern und sogar den einen oder anderen Unterrichteinstieg vorbereiten. In der zweiten Woche hingegen wählt man hauptsächlich die Fächer, die man auch an der Uni studiert.

Das Betriebs- oder Sozialpraktikum

Das zweite Pflichtpraktikum für das Studium, um Lehrerin oder Lehrer zu werden, ist das Betriebs- oder Sozialpraktikum. Dieses soll entweder in einem Betrieb absolviert werde, um Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und Schüler später besser in ihrer Berufswahl unterstützen zu können oder in einer sozialen Einrichtung mit Jugendlichen außerhalb der Zwänge eines Klassenzimmers. Die Dauer dieses Praktikum beträgt vier Wochen einer Vollzeitbeschäftigung oder 200 gearbeitete Stunden in weniger als einem Jahr. Der Nachweis darüber muss bis zum Anfang des 18-momatigen Vorbereitungsdienst vom Regierungspräsidium anerkannt und im Studierendensekretariat eingereicht werden.

Der Geheimtipp

Ursprünglich habe ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht, diese vier Wochen Betiebspraktikum in meinen Semesterferien unterzubringen. Man hat ja schließlich fast drei Monate frei. Oder nicht!? Allen Erstsemestlern, die das jetzt lesen, muss ich diese Illusion rauben. Natürlich ist man nicht ganz so eingespannt wie während des Semesters, aber so ganz ohne Hausarbeiten. Prüfungen oder Essays kommt man nur in den seltensten Fällen davon. Wie soll man es da schaffen vier Wochen lang in einem Vollzeitjob zu arbeiten? Was ich damals gemacht habe war, dass ich mir den Job, den ich vor meinem Studium hatte, anrechnen habe lassen. Also wenn Ihr davor im Geschäft Eures Vaters ausgeholfen habt oder einen Ferienjob hattet der in die Anforderungen passt, könnt Ihr Eurem ehemaligen Chef das nötige Formular  zusenden, das dieser dann ausfüllt und Euch somit bescheinigt das Betriebspraktikum dort absolviert zu haben.

Zum Schluss…

…noch ein Tipp an all diejenigen, die diesen Artikel vielleicht Anfang Ihres Erststudiums lesen und sich mit all den Informationsbergen ein bisschen allein gelassen fühlen (so ging’s mir zumindest): Versucht immer die wichtigsten Fristen im Auge zu behalten, investiert am Anfang lieber zu viel Zeit als zu wenig in Euer Studium und tretet am besten der Facebook-Gruppe der Fachschaft Eures Faches bei. Es schadet nie sich mit erfahrenen Studentinnen und Studenten auszutauschen.

 

Deborah

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