Mit Teamwork zum Erfolg: Toll, ein(e) andere(r) macht’s? (2)

Wer hoch hinaus will, für den (die) sollte Teamwork kein Fremdwort sein.
Wer hoch hinaus will, für den (die) sollte Teamwork kein Fremdwort sein.

Hier kommt die versprochene Fortsetzung zum Thema Teamwork. Ihr erfahrt, wie selbst die Misanthropen unter euch das Beste aus einer (unfreiwilligen) Gruppensituation machen können. Und das vorneweg: Mit etwas Planung und Eigeninitiative ist die Sache halb so wild. In diesem Teil werde ich euch deshalb einige Strategien mit auf den Weg geben, von denen ihr sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung von Gruppenarbeiten und -projekten profitiert.

Jede(r) von uns hat Stärken und Schwächen – oder alternativ – Bereiche, in denen er oder sie sich deutlich mehr anstrengen muss, um auf ein akzeptables Ergebnis zu kommen. Diese Tatsache könnt ihr euch für die anstehende Gruppenarbeit zunutze machen.

Konzentriert euch darauf, was die Interessen und Stärken eurer Gruppenmitglieder sind. Dazu zählen u. a. Organisationstalent, Talent zum Präsentieren, Recherchearbeit, der Blick für Details oder die Fähigkeit, den Gesamtüberblick zu behalten, Formulierungsstärke, technisches Know-how, das Umsetzen und Einfügen grafischer Elemente, um nur einige zu nennen. Erfahrungsgemäß wird das meiste Potenzial verschenkt, wenn einem unliebsame Aufgaben aufs Auge gedrückt werden, die man entweder sehr ungerne erledigt, weil sie einem so ganz und gar nicht liegen oder die man mangels ausreichenden Interesses auf die lange Bank schiebt.

Natürlich lassen sich nicht alle Aufgaben delegieren oder weitergeben, aber in der Regel hat man durchaus einen gewissen Spielraum, was die Aufgabenverteilung betrifft. Das Ziel sollte es daher sein, die Aufgaben so aufzuteilen, dass jede(r) gemäß seiner bzw. ihrer Stärken und Interessen eingesetzt wird.

Konflikte rechtzeitig erkennen und minimieren

Konflikte ansprechen, bevor die Stimmung Achterbahn fährt!
Konflikte ansprechen, bevor die Stimmung Achterbahn fährt!

Die Aufgaben sind verteilt und ihr wisst jetzt, was es zu tun gibt. Aber nach einer Weile macht sich trotzdem Unzufriedenheit breit. Es hat sich beispielsweise herausgestellt, dass euer Aufgabenbereich um ein Vielfaches umfangreicher ausfällt, als ursprünglich gedacht. Ihr habt nun mehrere Möglichkeiten, eure Unzufriedenheit in den Griff zu kriegen: Rausbrüllen, wie ungerecht die Welt im Ganzen und eure Truppe im Besonderen ist. Oder ihr entscheidet euch für ein offenes Gespräch, informiert die anderen darüber, dass euch die derzeitige Situation frustriert und sucht anschließend gemeinsam nach einer zufriedenstellenden Lösung für alle Beteiligten.

Geht dabei nicht vom Prinzip ‚Wer am lautesten schreit, hat auch recht‘ aus, sondern würdigt jeden Beitrag, jede Meinung und jeden Vorschlag in angemessener Form.

Demokratie vs. Teamlead

Unter Umständen mag es sinnvoll sein, komplexe Aufgabenstellungen nicht demokratisch anzugehen, sondern eine(m) Leader(in) zu bestimmen.

Was wie eine KlassensprecherInnenwahl klingt, ist in größeren Projekten gang und gäbe: Eine(r) übernimmt die Leitung und trägt damit zugleich die Hauptverantwortung für das Projekt. Er oder sie behält nicht nur das Ergebnis im Auge, indem er (oder sie) darauf achtet, dass niemand sich in Nebensächlichkeiten oder Details verliert, sondern er(sie) übernimmt zugleich die Mediatorenrolle und ist dementsprechend meist auch die erste Ansprechperson bei auftretenden Schwierigkeiten oder Konflikten.

Oft genug kommt es vor, dass beispielsweise Vorträge durch das Paraphrasieren von vorausgesetzter Lektüre unnötig in die Länge gezogen werden und dabei Geduld und Nerven der vorbereiteten SeminarteilnehmerInnen (und DozentInnen) strapazieren. Besser wäre es da, die wichtigsten Thesen kurz und prägnant in einem Thesenpapier zusammenzustellen und sie dem Kurs auszuhändigen, statt sie in den Vortrag einzubinden. Ob ihr dabei demokratisch abstimmt oder eine(r) von euch die Leitung übernimmt, ist Geschmackssache und liegt letztendlich bei euch.

Klare Ansagen

Klare Ansagen verhindern, dass ihr euch gegenseitig Steine in den Weg legt.
Klare Ansagen verhindern, dass ihr euch gegenseitig Steine in den Weg legt.

Ein weiterer Punkt, der das Arbeiten in Gruppen beeinträchtigt, sind unklare Absprachen. Dabei haben die meisten von uns einen vollen Stundenplan und sind auf verlässliche Zusagen angewiesen.

Es sollte deshalb zu jeder Zeit klar sein, wer welchen Part übernimmt, zu welchen Terminen sich die Gruppe trifft und was es bis dahin vorzubereiten gilt. Und vergesst nicht, ein Kommunikationsmedium zu vereinbaren – ob das E-Mails, SMS oder Whatsapp-Nachrichten sind, spielt dabei keine Rolle. Es sollte nur gewährleistet sein, dass ihr die gesamte Gruppe erreichen könnt.

Vereinbart gleich zu Beginn die ersten Termine. Sprecht ab, wann ihr euch treffen könnt, damit es nicht zu Überschneidungen mit anderen Kursen oder eurem Nebenjob kommt. Natürlich sind diese Zeiten nicht in Stein gemeißelt, aber sie sorgen dafür, dass eurer Terminkalender nicht aus allen Nähten platzt, weil ihr vor lauter Verpflichtungen längst den Überblick verloren habt.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, aber erfahrungsgemäß verleitet Whatsapp die Menschen immer mehr dazu, kurzfristig abzuspringen und dies mit einem knappen ‚Sorry, kann heute nicht‘ zu verkünden. Deshalb: Sagt rechtzeitig ab, wenn euch etwas dazwischen kommt – das ist das Mindeste.

Pausen

Je länger ein Projekt andauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man von Unlust und mangelnder Motivation geplagt wird. Dann ist es sinnvoll, sich eine Auszeit zu gönnen und den Termin für die nächste Besprechung etwas nach hinten zu verschieben. So könnt ihr Energie tanken, etwas Abstand gewinnen und euch mögliche Schwierigkeiten oder Fragen in Ruhe sortieren, bevor ihr sie an die Gruppe weiterreicht.

Zum Abschluss die Belohnung nicht vergessen!
Zum Abschluss die Belohnung nicht vergessen!

Ihr habt alles erfolgreich hinter euch gebracht? Großartig! Wie wäre es dann, den Abschluss eures Projekts gemeinsam mit eurer Gruppe standesgemäß mit einem Kaffee in der Mensa oder einem Cocktail am Abend zu feiern? Oder alternativ einen Abstecher in einen ausgefallenen Süßwarenladen zu machen? Euch einen kleineren oder größeren Wunsch zu erfüllen? (Wenn ihr andere Vorschläge habt, nur heraus damit.)

Bevor ihr zum nächsten Projekt hetzt: Tut, was immer euer Belohnungssystem im Gehirn aktiviert (und legal ist)! Ihr habt es euch redlich verdient.

Das Wichtigste im Überblick

  • Konzentriert euch auf eure Stärken und Interessen.
  • Sprecht Konflikte an, bevor sie zu schwelen beginnen.
  • Überlegt, ob ihr euch als Gruppe die Verantwortung teilen wollt oder ob ihr eine(n) Lead bestimmt.
  • Macht klare Ansagen, wenn es um Termine, Aufgaben, Schwierigkeiten oder Konflikte geht.
  • Intensive Arbeit ist gut, intensive Arbeit mit Pausen ist besser.
  • Am Ende winkt die Belohnung.

Zum Schluss: Das waren ein paar Tipps meinerseits, die ihr natürlich nicht sklavisch befolgen müsst. Sie sollen euch als Anregung dienen, euren Part in Gruppenarbeiten zu überdenken, um euch künftig die Zusammenarbeit ein wenig zu erleichtern.

Falls ihr noch mehr Tipps oder Ratschläge parat habt, haut in die Tasten und kommentiert.

Romy

Liebt Literatur und Psychologie. Hat einen Master in Germanistik und studiert Psychologie im Zweitstudium, um beide Leidenschaften zu vereinen. "Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin; das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft." (F. W. Nietzsche)

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