Mit Teamwork zum Erfolg: Toll, ein(e) andere(r) macht’s? (1)

Teamwork als Erfolgsfaktor oder doch eher ein Chillverein?
Teamwork als Erfolgsfaktor oder doch eher ein Chill(er)verein?

Teamarbeit steht heutzutage hoch im Kurs. Im privaten, aber vor allem auch im beruflichen Kontext gilt sie als eine unabdingbare Fähigkeit. Wer sich nicht in ein Team einfügen kann, steht schnell unter dem Verdacht, ein Eigenbrötler und/oder ein einzelgängerischer Sonderling zu sein. In den Lebensläufen scannen RecruiterInnen die Interessen ihrer Bewerberinnen und Bewerber nach wie vor danach, ob es sich um teamkompatible Persönlichkeiten handelt.

Doch zu einem Team bedarf es mehr als die bloße physische Präsenz mehrerer Personen, die gemeinsam mit einer Aufgabe betraut sind. Gutes Teamwork erfordert sogenannte Soft Skills, d. h. laut Duden Kompetenz(en) in zwischenmenschlichen Beziehungen. Die hat man oder die hat man eben nicht, oder? So simpel geht die Rechnung nicht auf, deshalb liefere ich euch in diesem zweiteiligen Beitrag einige Tipps für eine gelingende Zusammenarbeit.

Teamwork oder Gruppenarbeit – ein Übel vergangener Schultage?

Gruppenarbeiten sind euch in der Regel spätestens seit der Grundschule vertraut. Damals noch in niedlicher Ausführung, mit bunten Plakaten und krakeliger Kinderschrift, die nicht einmal bei den eigenen Eltern Begeisterungsstürme hervorgerufen hat, dafür umso mehr unter den gleichaltrigen Leidensgenossen. Aber Schwamm drüber.

Befragt man sein Umfeld, sind Gruppenarbeiten oftmals mit unangenehmen Erinnerungen verknüpft und auch heute sträuben sich gelegentlich noch vereinzelte Nackenhaare, wenn es heißt: Schließt euch zu Zweier-, Dreier-, Vierergruppen zusammen und bearbeitet diese Aufgabe, die am Ende eine(r) von euch präsentiert. Ihr habt dafür so und so viel Zeit. Schlagartig kommt Unruhe und Hektik auf – man will um keinen Preis der Welt mit dem(r) letzten Vollhorst(in) zusammen in einer Gruppe landen. Keine zwei Sekunden später gleicht der Klassen- oder Seminarraum einem Wespennest. Möge das Grauen beginnen…?

Schlimmer geht immer

Huch...wo sind denn meine MitstreiterInnen abgeblieben...?
Huch. Wo sind denn meine MitstreiterInnen abgeblieben…?

Wenn ihr Pech hattet, wurdet ihr zu Schulzeiten nach der Vorliebe eurer LehrerInnen zufällig zusammengewürfelt, hattet ihr hingegen Glück, hat man euch die Wahl eurer Gruppenmitglieder überlassen. Und spätestens mit dem Start eurer Universitätskarriere habt ihr das Privileg erworben, selbst zu entscheiden, wer rein darf und wer draußen bleiben muss. Immerhin.

Es gibt einen Haufen Gründe für und einen mindestens ebenso großen Haufen, der gegen das Arbeiten in Gruppen spricht: Etwa wenn ihr in einer unmotivierten Gammelgruppe landet, in der ihr dann tatsächlich den Part des(r) Deppen(in) spielen dürft, während die anderen sich einen faulen Lenz machen.

Oder wenn die Aufgabenverteilung – ob intendiert oder nicht – massiv zu euren Ungunsten ausfällt und ihr gefühlte 90% der Leistungslast schultert. Womöglich auch dann, wenn nur der- bzw. diejenige die Lorbeeren einheimst, der(die) das Ganze präsentiert, während es in Wahrheit ihr wart, der(die) sich bei der Vorbereitung, Recherche und dem Feinschliff des Ganzen wechselweise die Haare gerauft, die Finger blutig getippt und die Nächte um die Ohren geschlagen hat.

Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Die vermeintlich schlechte Nachricht: Ihr müsst etwas dazu beitragen.

Jede Medaille hat zwei Seiten

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille: Wenn ihr es geschickt anstellt, teilt ihr nicht nur das Leid (geteiltes Leid ist halbes Leid, heißt es bekanntlich), sondern zugleich auch den Zeitaufwand, was die ganze Angelegenheit erstens extrem beschleunigt und zweitens euren individuellen Stärken und Talenten zugute kommen kann.

Effizienz ist hier das Stichwort. Und nicht unterschätzen solltet ihr den Faktor, den eine motivierte Truppe ausmacht: Sich gegenseitig zu pushen bei dem Bestreben, das bestmögliche Ergebnis abzuliefern und sich dieses durch eine entsprechende Note honorieren zu lassen.

Wie das Ganze letztendlich in der Realität ablaufen wird, liegt keineswegs in den Händen der Fortuna. Ganz im Gegenteil. Ihr habt wesentlichen Einfluss darauf, ob euer Schiff Fahrt aufnimmt und ein gutes Resultat einfährt oder ob es zuvor auf Grund läuft. Wie das funktionieren soll? Das schauen wir uns am besten gemeinsam an.

Let’s get the party started

Toll - und wer macht's?
Teamwork: Toll – und wer macht’s nun?

Gerade im universitären Alltag nimmt Team- bzw. Gruppenarbeit eine zentrale Rolle und Funktion ein: So sind Präsentationen, Referate und Vorträge feste Bestandteile von Prüfungsmodulen, die je nach Studiengang und Prüfungsordnung in ihrer Anzahl und ihrem Umfang variieren können. Nun können wir wahlweise darüber lamentieren, welch unsäglich ätzende Erfindung das Arbeiten mit mehreren Menschen sein kann (besonders für die EinzelgängerInnen unter uns).

Oder wir entscheiden uns ganz pragmatisch dafür, die Herausforderung anzunehmen, die Ärmel hochzukrempeln und aus der Situation das Beste zu machen. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Zeichentrickserie ‚Die Kickers‘ aus den 90ern (falls nicht: Holt es dringend nach!). Mit euren Gruppenmitgliedern müsst ihr noch lange keine BFFs wie in der Serie werden, aber ihr könnt euch durchaus deren Teamprinzip zunutze machen.

Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. Eure Gruppe steht fest. Glückwunsch! Jetzt gehen wir strategisch vor. Wenn ihr euch bereits aus vorherigen Seminaren oder Vorlesungen kennt, super! Dann könnt ihr den nächsten Schritt getrost überspringen. Solltet ihr hingegen füreinander völlig Fremde sein, ist das die beste Gelegenheit, um euch gegenseitig etwas besser kennen zu lernen. Bedenkt dabei, dass ihr nicht auf der Suche nach eurem(r) Seelenpartner(in) seid, sondern lediglich in Erfahrung bringen wollt, wie ihr optimal zusammenarbeiten könnt.

So viel für heute. Konkrete Strategien, die euch das Ganze erleichtern, gebe ich euch beim nächsten Mal an die Hand. Bis dahin!

Romy

Liebt Literatur und Psychologie. Hat einen Master in Germanistik und studiert Psychologie im Zweitstudium, um beide Leidenschaften zu vereinen. "Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin; das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft." (F. W. Nietzsche)

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