How to: Im Studium den Überblick behalten

Wenn ihr zum ersten Mal in eurem Leben studiert, werdet ihr vor allem eines sehr schnell bemerken: Was ihr für das Abitur lernen musstet, ist im Vergleich zum Stoff eines Semesters verschwindend gering. Damit ihr in der Stoffmenge nicht untergeht, geht es in diesem Beitrag darum, euer Studium zu strukturieren. Dazu habe ich einige simple und effektive Anregungen, die euch das studentische Leben erleichtern. Bereit? 

Ordnung ist das halbe Leben …

Ordnen statt ärgern.
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… und ich lebe in der anderen Hälfte. Schon einmal gehört, diesen – zugegebenermaßen etwas lahmen – Spruch? Wer kreativ sein will, braucht Chaos, wird vehement behauptet. Und das ist tatsächlich gar nicht mal so falsch. Doch ist Kreativität wirklich bereits zu Beginn eures Studiums gefragt? In der Regel nicht, es geht stattdessen erst einmal darum, eine vernünftige Basis zu schaffen.  Theorie, Methodik, Fachvokabular sind die Schlagworte, die euch von Dozierenden tagtäglich aufs Neue um die Ohren geworfen werden. Und das zu Recht, denn ohne ein solides Fundament lässt sich schwerlich arbeiten.

Was genau heißt das aber im Studium? Penibel alle Stifte nach Farbe sortieren? Bücher im Regal nach Höhe aufstellen? Winkel des Schreibtisches zur Wand ausmessen und bei Bedarf korrigieren? Nein, natürlich nicht. Wenn ich von Ordnung im Studium spreche, meine ich die Ordnung eurer Unterlagen. Das mag im ersten Semester noch völlig unbedeutend erscheinen, aber spätestens zur Halbzeit des Studiums habt ihr einen erheblichen Berg an Studienmaterialien angehäuft: Analog (Papier) und digital (Daten) gleichermaßen. Um von der Masse nicht überwältigt zu werden, lohnt es sich, von vorneherein etwas Zeit zu investieren und sich ein paar Gedanken zur Organisation der Unterlagen zu machen.

Analog vs. digital

Den Überblick behalten.
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Die Zeiten langer Schlangen vor den Kopierern in der Universitätsbibliothek gehören zunehmend der Vergangenheit an. Kursliteratur und Vorlesungsfolien werden von Dozentinnen und Dozenten in der Regel digital bereitgestellt und lassen sich sowohl am heimischen Rechner als auch unterwegs am Tablet oder Smartphone problemlos abrufen.

Erst einmal zu den Basics: Je nachdem, was ihr studiert (und was eure eigenen Vorlieben sind), sind daher Ordner und Tablet gute Hilfsmittel, um das Chaos in euren Unterlagen zu bändigen.

Wozu aber Ordner, wenn heutzutage sowieso alles digital abläuft? Spätestens beim Lernen für die Klausur seid ihr heilfroh, wenn ihr eure Unterlagen übersichtlich abgeheftet habt. Tipp: Die Ordner korrekt beschriften, um euch anschließend die nervige Sucherei zu ersparen, etwa WS 18/19, Einführung in die Forschungsmethoden, Prof. Müller. Dasselbe gilt natürlich auch für digitale Daten!

Und weshalb das Tablet? Je nachdem, wie wie tabletaffin ihr seid, könnt ihr euch damit das leidige (und Papiermüll verursachende) Drucken ersparen, wenn ihr all eure Unterlagen digitalisiert. Wichtig: Macht mindestens eine (oder besser zwei) Sicherungen von euren Unterlagen, denn ihr wollt nicht erleben, dass euer PC (oder eure externe Festplatte) unerwartet den Geist aufgibt und all eure Unterlagen mit ihr!

Bibliografieren, aber richtig

Warum Literaturverwaltung sinnvoll ist.
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Vielleicht hört ihr bereits im ersten Semester von verschiedenen Möglichkeiten und Literaturverwaltungsprogrammen, die euch irgendwann einmal in ferner Zukunft die Bachelorarbeit erleichtern sollen.

Ist doch viel zu früh, werdet ihr vielleicht denken und euch mit anderen Dingen beschäftigen. Tatsächlich jedoch ist es je nach Studiengang absolut empfehlenswert, sich frühzeitig mit einer brauchbaren Literaturverwaltung auseinanderzusetzen. Gängig sind die Programme Endnote, RefWorks, Zotero und Citavi.

Weshalb ist das überhaupt notwendig? Ihr spart euch sehr viele Nerven damit, wenn ihr eure Literatur kontinuierlich einpflegt, statt erst zum offiziellen Start der Bachelorarbeit alles auf einmal recherchieren und korrekt bibliografieren zu müssen – und dabei bei Null zu beginnen.

Ich selbst arbeite seit Kurzem mit Citavi und finde es besonders hilfreich, um einen Überblick sowohl über bereits gelesene als auch noch zu lesende Paper zu behalten und wichtige Textstellen abzuspeichern.

Kein Plan, keine Zeit

Wichtige Termine im Überblick.
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Ein weiterer Punkt, der völlig banal erscheint, euch allerdings a) wertvolle Zeit ein- und b) eine Menge Stress erspart: K wie Kalender!

Legt euch einen Kalender (oder eine Kalender-App) zu, worin ihr Deadlines, wichtige Uni-Termine wie Klausuren und private Termine vermerkt. Ideal ist außerdem eine Erinnerungsfunktion, wenn ihr dazu neigt, euch zu verzetteln oder tausend Dinge auf einmal zu planen.

Ich persönlich bevorzuge eine Kombination aus zwei Kalendern: Ein Wochenplaner für den Schreibtisch, der alle aktuellen Termine enthält, und ein großer Wandkalender für jeden Monat, um die langfristigen Termine im Überblick zu behalten. Einziger Nachteil: Beide sind nur vor Ort einsehbar (für mich ideal).

So geht ihr vor: Schreibt euch auf, was am nächsten Tag bzw. in der nächsten Woche und/oder in den nächsten zwei bis vier Wochen ansteht, schätzt die jeweilige Dauer der Aktivitäten ab und plant großzügige Zeitpuffer ein. Klassische To-do-Liste in Kalenderform quasi.

Der kurzfristige Überblick (eine Woche) hilft euch, Studium, Freizeit und Nebenjob zeitlich zu managen, der langfristige Überblick (2 bis 4 Wochen) bewahrt euch vor Fehlplanung und aufsteigender Panik, wenn plötzlich unerwartete Ereignisse dazwischen kommen. Und das tun sie.

Last, but not least

Zeit sparen, aber wie?
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Stichwort Vorbereitung. Und zur Vorbereitung gehört üblicherweise auch die Nachbereitung. Ja, beide kosten Zeit. Und ja, man könnte in dieser Zeit auf der Couch gammeln, Serien suchten und/oder irgendetwas anderes tun. Jetzt das große Aber: Was ihr an Zeit für die Vor- und Nachbereitung investiert, zahlt sich in der Klausurenphase doppelt und dreifach wieder aus.

Denn ihr habt euch erstens vertiefend mit dem Stoff befasst, zweitens eure Unterlagen in Ordnung gebracht (und müsst vor dem Lernen keine hektische Suche starten) und drittens eine solide Grundlage zur Wiederholung geschaffen. Alles gute Gründe, um semesterbegleitend zu arbeiten, statt in der Prüfungsphase Nachtschichten einlegen zu müssen.

Aber auch hier gilt es, Prioritäten zu setzen und strategisch zu planen. Für Kurse und Vorlesungen mit mehr Gewichtung solltet ihr entsprechend mehr Zeit einplanen. Anspruchsvollere Dozentinnen und Dozenten erstellen in der Regel auch anspruchsvollere Klausuren, was ihr ebenfalls in eurer Planung berücksichtigen solltet. Und besonders wichtig: Plant stets Zeitpuffer und Pausen ein, denn der beste Plan steht und fällt mit einer realistischen Zeitplanung!

Viel Erfolg im Studium!

Romy

Ich bin Romy, 31 Jahre alt und studiere Psychologie, meine zweite große Leidenschaft neben der Literatur. Mein Erststudium habe ich aufgrund der Liebe zum geschriebenen Wort mit dem Master in "Literaturwissenschaft: Germanistik" abgeschlossen. Wenn euch ein Thema besonders interessiert, teilt es mir in den Kommentaren mit, dann greife ich es gerne in einem Artikel auf. Take care! „Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin; das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft.“ (F. Nietzsche)

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