Weil der erste Eindruck zählt – Bewerbung mit Motivationsschreiben


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Bewerben, bewerben und nochmal bewerben. Ob vor, während oder nach dem Studium: Bewerbungen begleiten uns – vor allem in den jungen Jahren – fast das ganze Leben. Hier lest ihr, wie ihr mithilfe eines Motivationsschreiben punkten könnt.

„Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle…“ Eine klassische Bewerbung beinhaltet ein Standard-Anschreiben mit Lebenslauf und Zeugnis. Das reicht doch, oder? Wieso dann also noch ein Motivationsschreiben?

Die oder der Personalverantwortliche, bekommt eine Bewerbung auf den Tisch: Innerhalb höchstens einer Minute entscheidet er oder sie, ob es sich lohnt die ganze Bewerbung zu lesen und im weiteren Schritt dann auch, ob Du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Hast Du einen 0815-Text oder einfach insgesamt eine Standardbewerbungen eingereicht, verringerst Du Deine Chance deutlich.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, freiwillig ein Motivationsschreiben zu verfassen und beizulegen. Diesen Tipp gebe ich gerne weiter und daher habe ich die wichtigsten Fragen rund um das Thema Motivationsschreiben hier zusammengefasst.

Was ist ein Motivationsschreiben?

Ein Motivationsschreiben wird oft als die dritte Seite einer Bewerbung gezeichnet.

Ein Motivationsschreiben kann eure Bewerbung retten. Quelle: Unsplash

Der Inhalt basiert auf Schwerpunkte in eurem Werdegang. Während ein Anschreiben eure beruflichen Stärken präsentiert, wird bei einem Motivationsschreiben der Fokus auf eure persönlichen Stärken gesetzt. Hier hast Du sozusagen eine Extra-Chance deine Fähigkeiten darzustellen.

Wieso ein Motivationsschreiben? 

Hierfür gibt es einige Gründe.

  1. Großes Unternehmen: Gerade große Unternehmen erhalten unzählige Bewerbungen. Um in der großen Masse nicht unterzugehen, bietet sich ein Schreiben an. Ein Schreiben ist besonderes dann sinnvoll, wenn ihr wisst, dass sich viele für die Stelle bewerben werden. Also müsst ihr erklären, wieso ihr euch für dieses Unternehmen entschieden hat und könnt Bezug dazu nehmen.
  2. Kokurrenz: Wenn es etwas gibt, dass euch von anderen abhebt, kann ein Motivationsschreiben ausschlaggebend sein. Was habt ihr, was andere Bewerber nicht haben? Und wie könnt ihr es einsetzen, damit das Unternehmen davon profitiert?
  3. Ausland: Ein Letter of motivation ist für ein Auslandsstudium– oder Stipendium oftmals Pflicht. Hier müsst ihr eure Gründe für das Ausland und den Studiengang aufzählen. Wieso gerade diese Stadt? Oder genau dieser Master? Bei einem Stipendium solltet ihr aufzeigen, wieso ihr gefördert werden solltet. Welche schulischen Preise habt ihr gewonnen?

    Mit einem Motivationsschreiben zum Ziel. Quelle: Unsplash

  4. Details: Ein normales Anschreiben stellt den ersten Eindruck dar. Wir versuchen so individuell wie möglich zu klingen, obwohl in Theorie die meisten Anschreiben sich ziemlich ähneln, zu lang oder schlecht geschrieben sind. Um dies zu verhindern und einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, eignet sich ein Motivationsschreiben. Am besten eines, in dem Du originell, vielleicht etwas von der Norm abweichend die wichtigen Stellen in deiner Vita genauer beleuchtest.
  5. Fehlender Beruf: Nach dem Studium haben wir meistens viel Theorie, aber leider zu wenig Praxis auf dem „Lebenslaufkonto“. Wenn die in der Stellenausschreibung eingeforderte Berufserfahrung fehlt, kannst Du im Motivationsschreiben Punkte aus Deinem Hobby-Leben hervorheben, die Dich für die Stelle qualifizieren..
  6. Initiativbewerbungen: Wenn ihr bei eurem Traumunternehmen keine freie Stellenausschreibung findet, könnt ihr euch initiativ bewerben. Ein Motivationsschreiben verbessert eure Chance.

Was unterscheidet ein Anschreiben von einem Motivationsschreiben?

Ein Motivationsschreiben …

  1. ist persönlicher und behinhaltet mehr Motivationsfaktoren
  2. kann eure Hobbys und Interessen beinhalten
  3. hat Platz, um über eure Ehrenämter zu reden
  4. setzt Schwerpunkte und geht über Fakten hinaus
  5. zieht einen Bezug zur Stelle

Der wesentliche Unterschied liegt beim Fokus des Inhaltes. Bei einem Anschreiben geht es um die Frage, wieso ihr die Stelle wollt, während bei einem Motivationsschreiben, wieso ihr der richtige Kandidat seid.

Wie verfasst man ein Motivationsschreiben?

  1. Interesse und Motivation: Mit einem Motivationsschreiben zeigt ihr am Unternehmen ein hohes Interesse, Fachliche Qualifikation, persönliche und berufliche Kompetenzen. Am besten anhand von Beispielen. Natürlich zählen hier auch eure Gründe der Motvation, warum ihr es machen wollt. Warum und wieso seid ihr geeignet?
  2. Berufliche Ziele: In einem Schreiben müssen eure Intentionen klar werden. Ihr solltet klar und deutlich argumentieren, was ihr wollt und wieso ihr euch gerade dieses Unternehmen oder Uni ausgesucht habt.
  3. Soft skills: Heutzutage zählt nicht nur Theorie. Soft skills gehören auch zum A&O einer Bewerbung, die ihr beispielsweise an der Uni Stuttgart durch Schlüsselqualifikationen erworben habt.
  4. Form: Die Form eines Motivationsschreiben gleicht die eines Anschreiben. (Datum, Empfänger- und Absendeadresse sowie eine Unterschrift). Das Schreiben sollte nicht länger als eine Seite sein.
  5. Kreavtivität: Bei einem Motivationsschreiben könnt ihr den ersten Satz als kreativeren Einstieg nutzen. Hier ist Individualität gefragt. Ihr wollt ja keine 0-8-50- Bewerbung und gut auffallen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
  6. Erfahrungen: Besonders Erfahrung im In -oder Ausland oder ausserschulische Aktivitäten. Mit diesen Extras könnt ihr punkten und zeigen, dass ihr die Anforderungen mitbringt, die benötigt werden.
  7. Korrektur lesen: Wie auch beim Anschreiben und Lebenslauf muss ein Motivationsschreiben naturlich von einer zweiten Person durchgelesen und gegebenfalls verbessert werden. Wichtig ist, dass ihr Wiederholungen im Anschreiben und Motivationsschreiben vermeiden müsst. Keine reine Aufzählung von Stärken oder Erfahrungen, ohne Bezug zum Unternehmen oder Beispiele.

Fazit

Ein Motivationsschreiben ist sehr nützlich. Gerade bei einer begehrten Stelle wird es zahlreiche Bewerber geben. Da eignet sich ein Motivationsschreiben, um positiv aufzufallen. Mit einem guten Motivationsschreiben bleibt ihr nicht lange arbeitssuchend. Grundsätzlich gilt aber, ein Motivationschreiben immer nur dann, wenn es einen Mehrwert liefert. Schließlich ist der Zweck einer Bewerbung zu zeigen, dass ihr der richtige Kandidat seid und einen guten ersten Eindruck hinterlaesst. Viel Erfolg! 🙂

 

Feven

studiert an der Uni Stuttgart.