Richtig zitieren, so geht’s

Beim Schreiben einer Hausarbeit muss korrekt zitiert werden. Pixabay.com

Gerade hat man ich in der neuen Stadt, auf dem Campus und im Unialltag zurechtgefunden, da steht schon de nächste Herausforderung an: die erste Hausarbeit. Wer das Thema, die Struktur und geeignete Literatur gefunden hat, ist inhaltlich schon auf einem guten Weg. Doch keine wissenschaftliche Arbeit kann ohne korrekte Zitate gelingen. Es kommt immer mal wieder vor, dass Haus-, Seminar-, oder Forschungsarbeiten wegen Abschreibens oder fehlenden Quellenangaben mit ungenügend bewertet werden. Studierende müssen die Arbeit dann nochmal einreichen. Im schlimmsten Fall kann sogar ein Ausschluss aus dem Studium oder der Entzug des entsprechenden wissenschaftlichen Titels folgen.

Die Affären um Plagiate in Doktorarbeiten bekannter Politiker aller Parteien haben in den letzten Jahren für Aussehen gesorgt. Doch was ist das eigentlich, ein Plagiat? Und wie verhindere ich in einer Arbeit abzuschreiben statt korrekt zu zitieren? Im Duden wird Plagiat als „[..]unrechtmäßige Aneignung von Gedanken, Ideen o. Ä. eines anderen auf künstlerischem oder wissenschaftlichen Gebiet und ihre Veröffentlichung; Diebstahl geistigen Eigentums“ definiert.

Korrekte Zitate sind kein Hexenwerk. Hier erfährst du die Grundregeln.

Wenn zum Beispiel Gedanken oder Schlussfolgerungen in einer Hausarbeit von einem Autor oder einer Autorin übernommen werden, müssen die Äußerungen unbedingt dem Autor oder der Autorin zugeordnet werden. Das wird in den meisten Studiengängen an der Uni Stuttgart, je nach Vorgaben in den Studienstandards, entweder durch ein Zitat oder einen Kurzbeleg im Fließtext gemacht. Im Literaturverzeichnis, das einer wissenschaftlichen Arbeit angehängt ist, stehen die dazugehörigen Vollbelege.

Das Abschreiben in Hausarbeiten sollten Studierende nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wer sich zum Beispiel aus Zeitdruck dafür entscheidet eine fertige Hausarbeit online zu kaufen und diese einzureichen, muss damit rechnen erwischt zu werden. Die meisten Dozenten überprüfen die eingereichten Hausarbeiten mittels entsprechender Software und finden schnell raus, ob es sich um die eigene Arbeit handelt oder nicht.

 

Das Zitat

Man unterscheidet zwei Arten von Zitaten: wörtliche oder direkte Zitate und sinngemäße oder indirekte Zitate.

Bei den wörtlichen Zitaten muss durch Anführungszeichen gekennzeichnet werden, was von einem anderen Autor stammt. Hinter dem wörtlichen Zitat steht ein Beleg in Klammern. Dieser enthält Autor, Jahreszahl und Seitenangabe.

Beispiel

„Die Heterogenität der Praxis spiegelt sich in der Wissenschaft nur zum Teil, die Ausdifferenzierung erfolgt hier nach anderen Kriterien“(Krell 2009: 140).

Wenn ein Zitat außergewöhnliche Zeichensetzung oder Rechtschreibung enthält, könnten diese übernommen werden. Es empfiehlt sich jedoch, am Ende des Kurzbelegs darauf hinzuweisen und seine Initialen anzufügen.

Beispiel: 

„K. war telephonisch verständigt worden, daß am nächsten Samstag eine kleine Untersuchung in seiner Angelegenheit stattfinden würde“(Kafka 2005: 37; Zeichensetzung wie im Original X.Y.). 

Wenn man nicht das komplette Zitat, sondern nur Teile davon übernimmt, ist auf fehlende Satzteile mit […] hinzuweisen.

Beispiel:

Der Realismus hat viele Vorläufer, manchmal wird […] schon Thukydides zum Traditionsbestand gerechnet( Krell 2009: 141).

Auch wenn man Aussagen aus der Literatur nicht wörtlich, sondern nur sinngemäß übernimmt muss dies gekennzeichnet werden. Am besten durch Kurzbelege. Diese werden zum Beispiel am Ende eines Absatzes oder wenn ein Gedanke oder ein Argument abgeschlossen ist, angeführt.

Beispiel:

Des Weiteren tragen außerökonomische Institutionen, wie z.B. soziale Institutionen, zur Strukturierung und Regelung des Wirtschaftssektors mittels Normen, Routinen, Werten etc. bei (vgl. Dolata 2011: 17f).

Der Vollbeleg

Neben Büchern werden auch viele digitale Quellen verwendet. Pixabay.com

Alle Kurzbelege, die in der Arbeit zu lesen sind, müssen im angehängten Literaturverzeichnis vermerkt sein. Hier stehen dann die jeweiligen Vollbelege.

Diese enthalten Vor- und Nachnamen des Autors, Jahreszahl, ggfs. Titel des Aufsatzes, Titel des Buches, Anzahl der Auflage (falls es sich nicht um die erste Auflage handelt), Ort der Herausgabe, Verlag sowie ggfs. Seitenhinweis auf Aufsatz im Buch.

Beispiel:

Kunow, Kristian 2013: Nothing but the hit? Pfadabhängige Kompetenzentwicklung und die Adaptions(un)fähigkeit großer Tonträgerunternhemen. In: Dolata, Ulrich/Schrape, Jan-Felix (Hg): Internet, Mobile Devices und die Transformation der Medien. Radikaler Wandel als schrittweise Rekonfiguration. Berlin: edition sigma; S. 93-120.

Die Internetquelle

Wenn die Quelle der Informationen eine Website ist, gelten für den Kurzbeleg die gleichen Regeln, wie für die Literatur. Sollte Verfasser, Erscheinungsjahr oder Seitenzahl nicht angegeben sein, sind diese Angaben durch o. V. (ohne Verfasser), o. J. (ohne Jahr) oder o. S. (ohne Seitengabe) aufzuführen.

(vgl. o.V. 2014: o.S.)

Im Vollbeleg ist der Link und das Datum, an dem dieser aufgerufen wurde zu vermerken. Ein Vollbeleg einer Internetquelle kann dann wie folgt aussehen:

o.V. 2012: Besser als nichts: Musiker als letztes Glied der Streaming-Kette. Aufgerufen am 23.08.2013 unter http://de-bug.de/mag/besser-als-nichts-musiker-als-letztes-glied-der-streaming-kette/

Generell empfiehlt es sich jedoch in den jeweiligen Standards des Studiengangs nachzuschauen, wie genau zitiert werden soll.

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