Zeit, etwas zu bewegen

Setzen sich junge Leute heute noch für ihre Ideale ein? Foto: pixabay.com

Es gibt viele Möglichkeiten sich politisch oder gesellschaftlich zu engagieren. Etwa in Parteien, in Gruppen, in Stiftungen oder in Vereinen. Dieses Engagement ist oft sehr zeitaufwändig. Die Zeit ist es auch, die vielen Studierenden, vor allem vor Prüfungen oder Abschlussarbeiten, davon rennt. Wie das Studium und politisches Engagement vereinbar sind, berichtet Philipp von der Grünen Jugend Stuttgart.

Studierende sind in den vergangenen Jahrzehnten sicher schon mehr durch politisches Engagement aufgefallen, als es aktuell der Fall ist. Man denke an die Studentenbewegung in den 60er und 70er Jahren. Studierende trugen zu einer Veränderung der Gesellschaft bei. Heute, so ist zumindest die Elterngeneration häufig der Meinung, engagierten sich junge Leute zu wenig. Interessierten sich nicht mehr allzu viel für politische oder gesellschaftliche Belange und auf die Straße gehe von den Jüngeren niemand mehr.

Philipp ist Vorstand bei der Grünen Jugend. Foto: Julia Hofmann

Ist etwas dran, am „schlechten“ Ruf von Studierenden, sich mehr für die eigene Karriere als für gesellschaftliche Themen zu begeistern? Ist es heute überhaupt zeitlich möglich, das Studium erfolgreich abzuschließen und sich gleichzeitig politisch zu engagieren? Philipp studiert im 5. Semester Luft- und Raumfahrttechnik an der Uni Stuttgart und erzählt von seinen Aufgaben als Vorstand der Grünen Jugend Stuttgart und Prioritäten, die man setzen muss.

 „Ohne Unterstützung würde es nicht gehen“

Zeitlich sei es teilweise schon stressig, erzählt Philipp. „Wenn an der Uni gerade viel los ist, gibt es meist auch bei der Grünen Jugend viel zu tun. “ Ein bis zwei Stunden widmet der 20-Jährige täglich seiner Aufgabe als Vorstand. Dazu zählt die Organisation vieler Veranstaltungen, wie einer Kleidertauschparty, Podiumsdiskussionen, einem Hate-Slam im Landtagswahlkampf 2016, bei dem Leute die Hasskommentare, die sie über Facebook erreicht haben, vortrugen oder einer Führung bei der SSB, um sich über das Thema Feinstaubalarm zu informieren. Außer Aktionen zu organisieren, Referenten einzuladen oder sich Konzepte für neue Events zu überlegen, sorgt er im Vorstand auch für die mediale Betreuung der Aktionen und spricht auf den Kreismitgliederversammlungen der Grünen. „Heute ist auch

Gerade in Prüfungsphasen bleibt vielen Studierenden wenig Zeit. Foto: pixabay.com

Kreismitgliederversammlung, aber da ich heute und morgen Klausuren schreibe, spricht eine andere Person aus dem Vorstand“, erzählt Philipp. Insgesamt gibt es sechs Vorstandsmitglieder, zwei Sprecherinnen oder Sprecher und vier Beisitzerinnen oder Beisitzer. In Zeiten des Wahlkampfs oder wenn große Veranstaltungen anstehen, ist seine Arbeit als Vorstand besonders zeitaufwändig. „Wenn dann noch Klausuren anstehen, nimmt es manchmal überhand“, sagt Philipp. In solchen Zeiten entlasten ihn dann die anderen aus dem Team der Grünen Jugend, sodass er sich seinem Studium widmen kann. Aber auch Kommilitonen unterstützen ihn, wenn es bei der Grünen Jugend gerade viel zu tun gibt. „Darüber bin ich wirklich dankbar, denn ohne Unterstützung würde es wirklich nicht gehen.“

An der Uni wissen diejenigen, die ihn besser kennen, dass er sich politisch engagiert und respektieren das. Manchmal sprechen ihn Kommilitonen und Kommilitoninnen auf dem Campus oder vor Vorlesungen auf bestimmte Themen, wie den Feinstaub oder die Flüchtlingspolitik, an. „Da gibt es dann schon Diskussionen, aber blöd angemacht wurde ich wegen meiner politischen Haltung noch nie“, sagt Philipp.

Seit dem 2. Semester dabei

Zur Grünen Jugend kam er über die Mutter eines guten Freundes, die bei den Grünen Mitglied ist. In seinem Heimatort, einer kleinen Gemeinde bei Nürnberg, hat sich zu dieser Zeit eine Grüne Jugend gegründet. Tipps für die Gründung der Organisation hat sich Philipp bei der Stuttgarter Jugendorganisation geholt. „Da hat es mir schon damals gut gefallen. Als ich mein Studium an der Uni Stuttgart angefangen habe,  bin ich dann im 2. Semester Mitglied geworden“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin allerdings kein Parteimitglied. Die Grüne Jugend ist unabhängig von Bündnis 90/ Die Grünen.“

Er ist zwar schon immer politisch interessiert und möchte sich auch in Zukunft engagieren, seine berufliche Zukunft sieht Philipp allerdings eher nicht innerhalb einer Partei. Im Master will er vielleicht sein technischen Fähigkeiten mit seinem sozialen Interesse verbinden und in Richtung erneuerbare Energien oder ähnliches gehen. Für sein Ideale wird sich Philipp sicher auch in der Zukunft einsetzen.

 

Janey

 

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