Wie man Lebensmittel vor dem Müll rettet und Geld spart

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Der Joghurt hat das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum schon um zwei Tage überschritten. Vorsichtshalber wird er entsorgt. Gestern gab es Pasta, die vertrockneten Nudeln aus dem Kochtopf landen heute auf dem Müll. Die Tomaten, die Anfang der Woche zu viel eingekauft wurden, sehen am Wochenende  ziemlich schrumpelig – weg damit. Laut einer Studie der Uni Stuttgart schmeisst im Schnitt jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm weg. 65 Prozent dieser Lebensmittelabfälle wären völlig oder zumindest teilweise vermeidbar. Neben Handel und Industrie sind also auch die Verbraucher für diese Entwicklung verantwortlich. Gleichzeitig steigt die Zahl der Personen, die es sich nicht leisten können ihren Kühlschrank zu füllen. Auch Studierenden bereitet ihre finanzielle Situation häufig Kopfschmerzen beim Einkauf. Hier gibt es deshalb Tipps, um Essen vor dem Müll zu bewahren und Geld zu sparen.

Wer zu viel eingekauft hat und die Lebensmittel doch nicht alle benötigt oder essen kann, sollte sich mit dem Konzept von Tafelläden und Foodsharing vertraut machen. Hier können übrige Produkte vorbeigebracht oder bereitgestellt werden. Das Angebot kann auch im umgekehrten Fall, wenn man knapp bei Kasse ist, genutzt werden.

Die Tafeln

In Stuttgart gibt es fünf Tafelläden. Hier können Bedürftige günstig Lebensmittel einkaufen. Um ein möglichst ausgewogenen Sortiment anbieten zu können, sind die Läden auf Spenden aus Industrie, Handel oder von Privatpersonen angewiesen. Wer also zu viel eingekauft hat, kann diese Lebensmittel dort vorbeibringen. Die Kunden der Tafeln freuen sich besonders über länger haltbare Produkte wie Konserven, Nudeln oder Kaffee. Auch Drogerieartikel wie Zahnpasta, Duschgel oder Kosmetik kann man dort abliefern.

Foodsharing

Das Konzept des Foodsharing hat sich in den letzten fünf Jahren in Deutschland etabliert. Insbesondere in Großstädten sind die Lebensmittelverteiler heute gut vernetzt. Wer mitmachen will, meldet sich zum Beispiel bei Foodsharing.de an und erfährt dann, wo jemand etwas braucht oder Lebensmittel abzugeben sind. Auf der Website wird angezeigt, wo in der näheren Umgebung Einkaufskörbe mit welchen Produkten abgeholt werden können. Außerdem kann jeder, der etwas übrig hat, diese Essen anbieten. Um zu verhindern, dass Lebensmittel auf dem Müll landen, kann man auch im Vorfeld des Einkaufs oder beim persönlichen Konsumverhalten ein paar Dinge beachten.

Gute Planung zahlt sich aus

Es lohnt sich den Einkauf zu planen. Bild: pixabay.com

Zunächst ist es hilfreich, vor dem Einkauf die Vorräte zu überprüfen. So bekommt man einen besseren Überblick und kann es vermeiden, die dritte Packung Lasagneplatten oder die fünfte Dose Ravioli für alle Fälle zu kaufen. Auch ist es sinnvoll, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, was diese Woche eigentlich gekocht wird und was man dafür benötigt. So simpel es klingt, aber ein durchdachter Einkaufszettel kann schon viel weiterhelfen, wenn es darum geht, nicht viel zu viel einzukaufen. Und das schont letztlich auch den Geldbeutel.

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Um nur so viel einzukaufen, wie auch tatsächlich benötigt und verbraucht wird, empfiehlt es sich – vor allem bei kleineren Haushalten – auf XXL-Packungen aus dem Angebot zu verzichten und stattdessen kleinere Mengen zu kaufen. Wer selbst entscheiden will, wie viel Müsli, Eier oder Obst und Gemüse in den Einkaufskorb soll und dabei auf Plastikverpackungen verzichten möchte, ist zum Beispiel auf dem Wochenmarkt oder entsprechenden Lebensmittelgeschäften gut bedient.

Außer dem Konsumverhalten im Supermarkt lohnt es sich, den Umgang mit Lebensmitteln zuhause zu durchdenken. Viele Leute interpretieren das Mindesthaltbarkeitsdatum zum Beispiel falsch. Joghurt, Milch oder Käse, die mit diesem Datum gekennzeichnet sind, sind durchaus auch nach dessen Ablauf noch genießbar. Man sollte einfach mal probieren oder dran riechen und dem eigenen Seh-, Geruchs- und Geschmackssinn vertrauen, um zu überprüfen, ob das Produkt noch essbar ist.

Bei Fleisch, Fisch oder Geflügel ist allerdings Vorsicht geboten. Diese Lebensmittel sind mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet und sollten nach dessen Ablauf nicht mehr verzehrt werden, da sich Keime vermehren können und dadurch eine Gesundheitsgefahr besteht.

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