Einfach überzeugen: So hältst Du ein gutes Referat

Yes, you can!
Foto: marqs / photocase.de

Schlimm genug, dass wir Prüfungen bestehen und Hausarbeiten schreiben müssen – wir dürfen auch noch regelmässig Referate halten. Die wenigsten Studis, die ich kenne, sind ein großer Fan davon. Aber: Reden kann man lernen. Damit euer nächstes Referat euer bestes wird, habe ich für euch die 10 Tipps, wie ihr erfolgreich vor euren Kommilitonen und Dozenten vortragen könnt.

 

Tip 1-3: Ein gutes Referat beginnt zu Hause

1. Das wichtigste ist natürlich… rechtzeitig anfangen. Ich weiß, theoretisch, weiß das natürlich jeder, aber wir halten uns leider nicht immer daran. Der Zuhörer merkt, wenn wir nicht richtig vorbereitet sind denn dann sind wir weniger überzeugend. Außerdem: Je besser der Inhalt „sitzt“, desto weniger Lampenfieber haben wir.

2. Sobald man in der Vorbereitungszeit ist, gilt es, den Inhalt gut zu strukturieren und nur das wichtigste vorzutragen. Es geht nämlich nicht darum, mit möglichst viel Wissen zu glänzen und einen Haufen Information zu vermitteln, sondern die richtige Information herauszufiltern. Aber am besten redet ihr vorher mit eurem Dozenten, damit nichts schiefgeht. Ein guter Tipp ist in diesem Zusammenhang auch, mit dem Schluss anzufangen: Also zuerst euren letzten Abschnitt zu formulieren. Dort solltet ihr die Quintessenz eures Vortrags nochmal kompakt darlegen. Wenn ihr den Teil habt, ist der „Rest“ einfacher festzulegen.

Das Grauen naht? Nicht, wenn man vorbereitet ist.
Bildnachweis: David-W- / photocase.de

3. Das ist der Allerweltstipp schlechthin, aber er ist wahr: Das Referat zu Hause üben! Ob alleine (manche empfehlen dazu einen Spiegel, aber es geht auch ohne) oder vor Freunden, die uns verbessern können: Essentiell ist, das Referat 1-3 Mal vorab richtig „zu halten“. So findet ihr übrigens auch raus, ob die vorgegeben Zeit eingehalten werden kann. Die gesprochene Sprache ist länger als „Text auf einem Manuskript“ suggeriert.

Tip 4-7: Grundregeln für einen gelungen Vortrag

4. Visualisieren, wann immer es geht: Bilder erzeugen Emotionen, Bilder bringen die Botschaft „ins Herz“. Auch wenn ihr vielleicht glaubt, in einem wissenschaftlichen Referat haben Emotionen nichts zu suchen: weit gefehlt! Es geht darum, dass ihr mit euren Inhalten verstanden werdet und verstehen und „begreifen“ funktioniert am besten über sprachliche Bilder (auch Metaphern). So wird abstraktes veranschaulicht. Sprachliche Bilder sind wie Gewürze: Ein Essen ohne Gewürze macht auch satt – schmeckt aber nicht so gut.

5. Die wichtigsten 60 Sekunden Deines Referats sind die ersten! In dieser kurzen Zeitspanne am Anfang entscheidet dein Publikum, ob es überhaupt Sinn macht, Dir und Deinen Ausführungen zu folgen. Ganz zu Beginn ist die ganze Aufmerksamkeit beim Redner: Das Publikum fragt sich „wer ist das „, „wie spricht der“ , „worum geht es hier“. Gute Redner nutzen diese Chance und setzen gleich zu Beginn einen solchen Akzent, dass das Publikum nicht anders kann, als gebannt zuzuhören. Schlechte Redner erzählen erstmal das, was alle schon wissen („Schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind…etc.“). Für einen überzeugenden Beginn eignet sich: ein bildhafter, anekdotischer Einstieg, ein passendes Zitat (geht immer), oder das so genannte Informationsdefizit. Hier geht es darum, nicht gleich zu „verraten“, worum es genau in dem Vortrag geht, sondern den Zuhörer „in Spannung zu halten“. Man könnte zB sagen: „In den nächsten 20 Minuten erfahrt ihr…..und dann sagst Du etwas sehr spannendes. 

Ein guter Start kann Rennentscheidend sein!
Bild: Schuff / photocase.de

6. Beim Referat kann das Publikum ruhig einbezogen werden und dass nicht nur am Ende bei den Diskussionsfragen. Gerade bei langen Referaten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Aufmerksamkeit des Publikums nicht immer bei 100% liegt. Mit Zwischenfragen oder Aufforderung einen Text vor zu lesen, werdet ihr ihre Aufmerksamkeit nicht so schnell verlieren.

7. Auch beim Thema Handout und PowerPoint könnt ihr punkten! Für beides gilt: Weniger ist mehr. Es gibt nichts schlimmeres, als Folien auf denen 1:1 das steht, was ihr gerade erzählen wollt. Denn dann ist folgendes der Fall: Das Publikum liest, während du redest. Ergo: es hört niemand zu. Folien sollten eher für Bilder, als für Schrift genutzt werden, dann hat dieses Medium auch einen Mehrwert beim Vortrag. Also wenn ihr hier visualisieren könnt, dann tut lieber dies, als 10 Bullet-Points hinzuwerfen. Ähnliches gilt auch fürs Handout: Darauf gehört die Quintessenz der einzelnen Referatsteile sowie Quellenangaben. Kein ausformuliertes Skript.

Tip 8-10: It’s showtime

8. Es ist kein Fehler einen Notfall-Plan parat zu haben, falls die Technik ausfällt. Es kann mal vorkommen, dass das Internet streikt, euer USB-Stick sich plötzlich nicht öffnen lässt oder der Beamer einfach nicht mitspielt. Daher ist ein Plan B ohne Technik eine gute Empfehlung

9. Kleidung machen Leute: Ihr müsst jetzt nicht in Abendgarderobe erscheinen, aber lasst eure Joggingshose bitte zu Hause. Mit einer angemessenen Kleidung fühlt ihr euch nicht nur wohler, sondern hinterlässt auch einen besseren Eindruck und zeigt, dass euch der Vortrag wichtig ist.

10. Den Blick einmal über das Publikum streifen lassen, einatmen und dann geht’s los! Doch ein gelungenes Referat bedarf auch einer passenden Körpersprache. Wie soll man stehen? Soll man überhaupt stehen? Wohin mit den Händen? Vorbildlich wäre natürlich ein freisprechendes Referat, das mit viel Blickkontakt gehalten wird. Aber Karteikarten als Hilfe sind auch erlaubt. Aber auch dann gilt: Die Hände ruhig mal bewegen, sie falten oder zur Seite nehmen: Arme und Gestik sollten bewusst zur Verdeutlichung genutzt werden. Also bitte nicht die Arme die ganze Zeit schlaff hängen lassen oder noch schlimmer: In die Hosentasche stecken.

Bitte kein Taschenbillard!
Foto: rebealk / photocase.de

Und hier noch was aus der Rubrik „bloß nicht“: Es mag selbstverständlich klingen, dem Publikum nicht den Rücken zu zeigen – trotzdem sieht man das sehr oft, wenn eine Präsentation an die Wand geworfen wird. Viele machen das ganz unbewusst: Obwohl sie genau wissen was da steht, drehen sie sich immer zur Wand. Bleibt bei eurem Publikum und zeigt Präsenz!

 

 

 

Und denkt daran, ein wenig Nervosität gehört immer dazu, das zeigt nur, dass es euch wichtig ist und solange ihr euer Bestes gibt, wird nichts schieflaufen!

 

Feven

 

 

 

studiert an der Uni Stuttgart.

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